Versicherungen verkaufen...
Liebe Mitstreiter, intellektuell gearschte Geschichtenleser par excellence und alle anderen.
Ich möchte hiermit erstmalig das einzigste Thema, welches mir im am Herzen liegt, als Statement vorbringen. Vornehmlich nicht vor Menschen, deren
Auffassungsgabe unter meiner liegt (keinen), sondern vor solchen, deren Intellekt es gestattet, selbst bizarrem Inhalt Einlaß zu gewähren (beinahe keinen).
Das Thema gründet sich auf mehrere Erlebnisse meinerseits und in der üblichen *Z* auf etwa folgendes: Persönliche Beleidigungen sind ein Zeichen von Akzeptanz des Anderen, weil sie ihn als Menschen bezeichnen und auch als minderwertiges Gegenüber. Nur einer Person, der es erlaubt wird, einem gegenüberzustehen, ist es würdig, als Person beleidigt zu werden. Damit ist sie (die Person) wertvoll, ansonsten würde sie ignoriert werden.
Zwischenwurf an Zitaten:
"Extremismus ist die Liebe zum Detail" spectral 2004
"Bestätigung jeglicher Form ist kontraproduktiv zur Sache" spectral 2005
"Meine Fingernägel sind unter dem Lack!" spectral 2003 (völlig absurd)
Guten Morgen,
mein Name ist spectral (Name geändert) und ich mache in Versicherungen. Seit etwa 17 Jahren bin ich in diesem Geschäft tätig und das durchaus erfolgreich.
Ich verkaufe Versicherungen zu Leben, Sterben, Berufsunfähigkeit, Krankheit, und Pflegefall. Es ist ein Job, der mich durchaus erfüllt und mich und meine Lieben recht gut ernährt.
Letzte Woche hörte ich ein Lied vom Michael Jecksson, das hat mich tief berührt.
Früher, in Kindheitstagen und auch später im jugendlichen Alter hatte ich immer vor, Jazzmusiker zu werden. Aber meine Eltern standen zwischen meiner Entscheidung und ihrer Vorstellung von einem guten Beruf.
Nicht daß ich es bereute, aber die Vorstellung allein, mit diesem Michael Jäksen auf der Bühne zu stehen und so richtig frei zu tanzen ist so verlockend.
Ich kann selber einige Bewegungen, die richtig funky sind. Wenn ich mir jetzt die Scheinwerfer vorstellte, wie sie mich und meine Darbietung in gleißendes Licht hüllten, wird mir richtig wehmütig ums Herz. Ich könnte es wirklich, aber ein Michael Jecson ist sicher kaum bereit mit mir zu tanzen. Oder was glaubt ihr, könnte es einen Tages passieren? Das sollte natürlich bald geschehen, denn ich bin mittlerweile in meinen Vierzigern und meine Blase würde einen Sechs-Stunden-Auftritt nicht mitmachen. Aber ich wäre sowas von bereit weil ich weiß, ich könnte es!
Ich übe fast täglich im Wohnzimmer und ich brachte es auf über zwei Stunden Galavorstellung.
Ich hab' mir auch Glitter überallhin geklebt. Von der Höhensonne angestrahlt (hat mir meine Mutter vererbt) fühle ich mich wie ein Star.
Ich weiß, ich bin keiner, nur ein Versicherungsvertreter aber zählt nicht allein der Wille?
Darf denn jemand sagen: "spectral (Name geändert), Deine Fähigkeiten liegen, äh, irgendwo anders, aber laszive Tanzbewegungen und dabei auf der Bühne stehen, gehören nicht dazu?"
Vielleicht. Wenn ich auf meinen Arbeitsberater hören würde. Aber den kann man kaum ernstnehmen, der klopft immer nur mit der Spitze seines Filzschreibers auf Papieren rum, wenn ich vor ihm tanze um meine Fähigkeiten zu darzubieten.
"Hach, einmal wie der Michael Djakson auf einem Motorrad auf der Route66 auf die aufgehende Sonne zufahren. Hinter mir meine Gang. Ich ganz vorn mit der
Höhensonne, wie sie mir das Gesicht wärmt. Mehr will ich doch garnicht."
spectral
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Antwort 2 von Rotznase vom 13.02.2019, 17:37 Options
Liebe Mitleser und Mitleserinnen,
Ein Drops für intellektuell gearschte, der
Tanz der Vertreter macht vor keiner Wahrheit halt.
So hat mich doch diese kleine Geschichte träumen lassen,
Ach ja, da fällt mir gerade was anderes ein, vielleicht ist das dem ein oder anderen auch schon mal passiert und weiss wie ich mich dabei gefühlt habe.
Nun bin ich ja leidenschaftlicher Strassenbahnbenützer und habe im laufe der Zeit festgestellt das wir aussterben müssen, nein ich meine das deren Fahrer sich doch erheblich in ihrem Fahrstil unterscheiden. So rollen schon mal Omi`s durch`n Zuch oder ich sehe Leute die reflexartig nach der Schlaufe grapschen. So auch ich.
Ich steige also in so `ne Raketengleiche und lehne mich rücklings an die Stange. Die darauffolgende Kurve wählte er im Grenzbereich, welcher mir einen Ausfallschritt abnötigte der auf den Pumps meiner Nachbarin mittleren Alters landete. Während ich also in ihr stummes schmerzverzehrtes Gesicht schaue,
hindert mich die Fliehkraft daran meinen Fuß zurückzuziehen. Uns kam es vor wie eine Ewigkeit.
Anderer Ort, andere Bahn, gleiches Ich, bohrte sich mir
beim anfahren ein Hintern auf mein Knie, von einer Frau jüngeren Alters. Das widerum war ihr sehr peinlich.
Eine Frau auf dem Schoß kommt Dir vor wie eine Sekunde
Die Hand auf der Herdplatte wie eine Ewigkeit (Albert Einstein)
Ja was ich euch jetzt eigentlich schreiben wollte schaff ich nicht mehr, sonst verpass ich meine Bahn.