GRUB startet nicht
Ich habe auf einer Festplatte eine Partition mit Windows XP laufen und habe nun auf einer anderen Kubuntu 8.04 installiert. GRUB wurde installiert und geupdatet (beim Installieren von Kubuntu). Nach der Installation startet sich natürlich das System neu. Nach diesem Neustart startete sich dann aber nur ganz normal Windows XP, keine spur vom erhofften GRUB. Auch nach der (ich gebe es ja zu, es ist etwas übertrieben) vierten Neuinstallation von Kubuntu hatte sich daran nichts gändert.
/sdb1 Windows XP Prof. SP2
/sdb5 Kubuntu 8.04
/sdb6 Swap für Kubuntu
Zudem bin ich ein absoluter Linux-Neuling.
Ich möchte dieses System aber unbedingt zum laufen überreden!
Ich bitte euch sehr um ein bisschen Hilfe.
Schon mal vielen Dank.
MfG Ben
Wenn ihr noch irgendwelche Daten braucht, sagt bescheid.
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Antwort 1 von Jaja vom 26.04.2020, 09:40 Options
ich denke im bios ist bei dir eine schutzfunktion aktiviert, welche das überschreiben des MBR verhindert.
das soll vor MBR viren schützen, allerdings hab ich seit ca. 2000 keine MBR viren mehr gesehen ;) es sollte sicher sein, diese funktion auch dauerhaft zu deaktivieren..
Antwort 2 von RoughlY vom 26.04.2020, 12:23 Options
Das könnte sein.
Nur wie kann ich das ausschalten?
In sachen BIOS hört mein wissen echt beim bootreihenfolge festlegen auf.
Kann mir da noch jemand einen Tipp geben?
Antwort 3 von Jaja vom 26.04.2020, 12:46 Options
..das nennt sich je nach hersteller anders.
im allgemeinen sollte dort das wörtchen "protect" aufkommen, aber auch "deny" oder "allow" könnten vorkommen.
natürlich im zusammenhang mit dem MBR, oder bootsektor (obwohl das was anderes ist) oder sonstwas, was auch eine solche funktionalität hinweisen könnte z.b. "virus protection" o.ä.
enable - einschalten,
diable - ausschalten.
je nach kontext musst du das entscheiden.
keine angst, so ein bios lässt sich auch bei fehlkonfiguration zurücksetzen.
meist ist auch eine hilfe integriert, die entweder immer rechts angezeigt wird, oder über F1 aufgerufen wird.
nimm dir ein wörterbuch oder google nach der deutschen version des "bios kompendium" und schlage dort nach..
Antwort 4 von RoughlY vom 26.04.2020, 12:52 Options
Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Dem Englischen bin einigermaßen mächtig, wusste nur nicht, dass sich das so einfach ausschalten lässt...ich probiers mal.
Antwort 5 von RoughlY vom 26.04.2020, 13:05 Options
So,bin nun im BIOS aber alles was ich finden kann ist "Boot Sector Virus Protection" was aber schon auf "Disabled" gestellt war.
Diesen Punkt habe ich unter Advanced BIOS Features gefunden.
Und nirgendwo anders ist die Rede von Boot Sector oder MBR
Ich bin am verzweifeln -.-
MfG Ben
Antwort 6 von --Samba63 vom 26.04.2020, 13:10 Options
Das ist es auch, was gemeint war. Also leider nicht die Ursache für Dein Problem.
Ich würde nochmal neu partitionieren. Wahrscheinlich liegt einfach nur ein Partitionierungsfehler vor.
Versuche bitte, eine eigene Partition für /boot einzurichten, vielleicht 1 MB und zu Anfang der Festplatte.
Antwort 7 von RoughlY vom 26.04.2020, 13:13 Options
ich habe am anfang der festplatte noch 8mb frei.
kann ich die irgendwie dafür benutzen ohne, dass ich jetzt alles wieder neu installieren muss?
Antwort 8 von RoughlY vom 27.04.2020, 13:53 Options
Ich hab noch eine kleine Frage:
Befindet sich der MBR auf dem Mainboard oder auf der Festplatte?
Antwort 9 von schwedeii vom 27.04.2020, 22:45 Options
MBR Master-Boot-Record:
Er befindet sich am absoluten Anfang der Festplatte, und wird nach dem Start des BIOS angefahren und ausgeführt, sofern ausführbar und eingestellt.
Bitte mach mal folgendes:
Lad Dir ein Knoppix runter und brenne dieses.
Lege es ein und starte Dein System.
Konsole öffnen. (Xterminal)
gib mal:
sudo fdisk -l ein
und Poste das Ergebnis hier. (markieren und mit Mitteltaste hier einfügen)
Neupartitionieren ist ganz übel, typischer Rat von Win-Usern. Das ist fast nie nötig...
Antwort 10 von Samba63 vom 28.04.2020, 08:17 Options
@schwedii
Wenn es sich um ein älteres BIOS handelt und dieses mit der 1024-Zylindergrenze nicht zurechtkommt, ist es notwendig, entweder ein BIOS-Update durchzuführen oder eben eine eigene kleine Partition für /boot einzurichten. Geschieht dies nicht, lässt sich Linux nicht starten. Demzufolge kommt man um eine Neupartitionierung nicht herum.
Oft werden auch Fehler beim Partitionierne gemacht, so dass die Tabelle ungültig ist. Auch hier kommt es zu dem Effekt, dass sich Linux nicht starten lässt, denn der Starter lässt sich eben nicht nur im MBR einrichtigen, sondern in jeder Partition mit Boot-Flag.
Du siehst...ein durchaus heikles Thema.
Ich vermute mal, Du vertust Dich mit Neuinstallation. Das wird von Windows-Nutzern in der Tat sehr gerne empfohlen und ist auf Grund des Systemausbaus von Windows durchaus in vielen Fällen sinnvoll, auch wenn es der Laie nicht auf Anhieb erkennen mag. Bestes Beispiel: Ein 80-jähriger Win95-Anwender, bei dem Win95 schon seit über 10 Jahren auf Platte ist..."Bloß keine Neuinstallation, egal was kommt..."
Ich vermute, dass das Problem seitens Fragesteller bereits behoben ist, da bereits Kubuntu mehr oder weniger erfolgreich einsetzt. Also können wir hier zumachen.
+++
Antwort 11 von schwedeii vom 28.04.2020, 09:37 Options
@Samba63
Zitat:
Wenn es sich um ein älteres BIOS handelt und dieses mit der 1024-Zylindergrenze nicht zurechtkommt, ist es notwendig, entweder ein BIOS-Update durchzuführen oder eben eine eigene kleine Partition für /boot einzurichten.
Ist Dir schon jemals so etwas in Die Hände gekommen? Ich glaube, Du weisst nicht, wovon Du redest:
1. 1024-Cyl; Ich habe selbst so etwas in den Händen gehabt. Auf einem Win95 Rechner. Genauer gesagt findest Du das in der Regel auf alten 16-Bit Boards mit einem 486ger drauf.
Davon mal abgesehen, dass dies auch zu knacken ist, aber nicht durch ein BIOS-Update, weil es der Chipsatz einfach nicht hergegeben hat, sondern durch einen Eintragg im MBR der Platte, der ein kleines Tool gestartet hat, dass die Daten vor der Schnittstelle gesplittet und nach der Schnittstelle wieder zusammengefügt hat, welches genu auf die Platte abgestimmt war.
Dieses Problem hat sich dadurch geäussert, dass Die Platte, egal, welche Grösse sie hat, nie mehr als 512MB Speicher verwalten konnte.
Und nun bitte verrate mir doch mal, wie Du auf so eine Kiste ein WIn-XP PE und ein Linux nebenander draufkriegen willst???
Kein heikles Thema.
Zitat:
/sdb1 Windows XP Prof. SP2
/sdb5 Kubuntu 8.04
/sdb6 Swap für Kubuntu
1.
sdbsagt folgendes aus: Vermutlich keine IDE-Platte mehr (die werden hda, hdb usw. benannt), also scheidet eine 1024-Cyl Grenze aus.
2.
sdb sagt folgendes aus: es ist die 2. Platte. das bedeutet:
der Starter für WinXP kann auf der 1. Platte liegen, der grub im MBR der 2. Damit reicht es zu, das BIOS so einzustellen, dass von der 2. Platte gestartet wird, sofern es dazu in der Lage ist.
3.
sdb5Das Linux liegt auf einer erweiterten Partition, keine gute Idee, eine typische Microsoft-Partitionierung, Linux kann bis 4 Primäre Partitionen. Ist der Grub auf einer aktivierten Partition installiert, wird es richtig haarig.
Antwort 12 von Samba63 vom 28.04.2020, 12:12 Options
Schwachfug!
Die betreffenden BIOS-Versionen wurden noch vor 7 Jahren verbaut und sind sehr häufig noch immer aktuell im Einsatz (z. B. bei meinem Sohn ... hat eine 250 GB Platte eingebaut, eine GeForce FX und spielt damit CS und Guild Wars. Das Zylinder-Problem ist durchaus noch immer aktuell.
Bevor man rangeht und wild rumexperimentiert, sollte man erstmal die Grundsätze beachten und eine Umgebung herstellen, in der Grub auch starten kann. Und dazu gehört auch eine gescheite Partitionierung, denn nochmals: GRUB lässt sich nicht nur in den MBR der ersten Festplatte setzen, sondern in jeden Bootblock einer bootfähigen Partition.
Das sind die häufigsten Gründe, warum GRUB nicht startet oder sich erst gar nicht einrichten lässt.
Antwort 13 von RoughlY vom 28.04.2020, 12:39 Options
So, der "Laie" lässt jetzt noch mal seinen Senf ab:
sdb: ist eine IDE platte, dazu noch die Primäre, nur wird in den neueren Linux versionen anscheinend nur noch der "sdx" begriff verwendet.
Ich habe versucht mit dem Kubuntu installer eine root-partition zu erstellen, sogar mehrmals. Nur da gibt es ein winzig kleines Problem:
der installer führt diese aufgabe nicht durch und hängt sich einfach mal auf, d.h. er gibt kein lebenszeichen mehr von sich und hört mit sämtlichen prozessen auf (so sieht es aus, nicht genau zu sagen, weil klicki-bunti-userinterface)
Ich habe jetzt wenigstens eine möglichkeit gefunden trotzdem mein linux zu starten (was letztendlich auch nix bringt->
http://www.supportnet.de/threads/1718315 )
so, jetzt zu meinem schicken umweg: Ich habe linux auf einer partition und windows auf der anderen, komme aber durch fehlendes grub nicht an linux ran. also habe ich kubuntu noch mal über windows installiert (neue funktion seit 8.04, soweit ich weiß) somit habe ich einen eintrag in meiner boot.ini der mich auswählen lässt ob kubuntu oder windows zu starten ist. wenn ich nun kubuntu auswähle habe ich zwar (mal wieder) eine fehlermeldung -> "missing file" aber ich komme zu einem grubloader, der mir andere installierte betriebsysteme aufzeigt, wenn ich dann die startbefehele von meinem kubuntu, welches nicht über windows installiert wurde, ändere (die partition von (hdb1,1)auf (hdb0,1)) kann ich mein kubuntu starten.
kompliziert aber es funktioniert.
vielen dank für die bemühungen, ich melde mich mit resultaten wenn ich alles mal getestet habe.
Und nochwas: streitet euch doch nicht immer so ^^
MfG Ben.
Antwort 14 von schwedeii vom 28.04.2020, 12:53 Options
Zitat:
Die betreffenden BIOS-Versionen wurden noch vor 7 Jahren verbaut und sind sehr häufig noch immer aktuell im Einsatz (z. B. bei meinem Sohn ... hat eine 250 GB Platte eingebaut, eine GeForce FX und spielt damit CS und Guild Wars. Das Zylinder-Problem ist durchaus noch immer aktuell.
Das, was Du da benennst, ist teilweise durchaus richtig...
Nur ist das eben kein Zylinder-Problem, sondern mehr eines der Chipsätze. Es wird natürlich immer so sein, dass jeder Chipsatz eine Obergrrenze hat, die aber oft höher liegt, als das BIOS hergibt.
Ein Update hilft da
manchmal weiter, sofern die Begrenzung abgestellt wurde.
In einem solchen Fall hilft auch eine separate /boot Partition weiter, da der Linux-Kernel die meisten BIOS-Einstellungen umgeht. Kann der Chipsatz mehr verwalten, wird der Kernel das auch ausnutzen, egal, ob das BIOS das mitmacht, oder nicht.
Ich selbst habe da noch einen alten Rechner, bei dem das BIOS weniger verwaltet, als der Kernel. Andererseits reicht da aber zu, dass der Kernel da liegt, wo das BIOS noch zugreifen kann, um ihn zu laden, dann ist eh alles erreichbar.
Zitat:
Und dazu gehört auch eine gescheite Partitionierung, denn nochmals: GRUB lässt sich nicht nur in den MBR der ersten Festplatte setzen, sondern in jeden Bootblock einer bootfähigen Partition.
Auch wenn er den Grub nicht im MBR liegen hat, ist das nicht das Problem, umpartitionieren ist nicht nötig. Mit fdisk kann er den bootblock aktivieren, dann startet der GRUB, sofern er drauf ist, ansonsten kann er den GRUB problemlos mit einer Live-Distri nachinstallieren.
Antwort 15 von RoughlY vom 28.04.2020, 13:23 Options
Haleluja, olé, olé!!
Ein typische Shakespeare Fall!
Viel Lärm um nichts.
Bei einer erneuten Neuinstallation von Kubuntu, wegen zerschossenem xserver durch das ausprobieren verschiedener grafiktreiber (
http://supportnet.de/threads/1718315) habe ich bei schritt 6 von 6 des Klicki-Bunti-Installationsprogramms einen kleinen "Erweitert" button entdeckt bei dem sich die festplatte einstellen lässt auf der der Grub loader installiert werden soll. Da ja meine Platten sich die ganze zeit in einem kleinen machtkampf befinden und die Slave-Platte als sda und die Master-Platte als sdb angezeigt wird habe ich den grubloader einfach mal anstatt auf "hd0" auf "hd1" installieren lassen und siehe da, es klappt! wunderbar, schnieke und knorke...
Jetzt weiß ich auch wo die ganze zeit das Problem lag: ich hatte schon mal den fall, dass ich Windows auf meiner jetzigen Slave (damals kurz) Master HD installieren wollte und es stellte sich heraus, dass diese Platte snscheinend nicht bootfähig ist. Keine ahnung warum. Also kein Wunder, dass Grub auf der Slave-Platte nicht geladen werden konnte.
Problem gelöst und ich danke euch sehr für eure antworten, ohne so viel Beteiligung hätte ich längst aufgegeben. Jetzt heißt es das nächste Problem angehen.
An dieser stelle kann ich nur noch mal auf den anderen "Problem-Thread" hinweisen ->
http://supportnet.de/threads/1718315Nochmals vielen Dank!
MfG Ben.