Nessus,
auch Dir erstmal ein freundliches Hallo nach Bad Kreuznach,
Zitat:
@roko
deine Aussage ist grundsätzlich falsch.
falls Du der Ansicht bist, dass ich hier eine Grundsatzdiskussion starten wollte,
liegst Du leider falsch.
Mir fehlt schlicht und einfach der medizinische Background, um die ungemein
komplexe Physiognomie der menschlichen Muskulatur zu diskutieren.
Mir ging es eigentlich nur um die Aussage von @sachma, dass man durch Sport Muskelmasse aufbaut. Das ist einfach so pauschal geschrieben nicht richtig.
Als Beispiel brachte ich den Bodybuilder, und im krassen Gegensatz dazu den Langstreckenläufer.
Wer von Beiden in seiner Sportart die größere Masse an Muskulatur aufbaut, ist ja wohl selbst von Blinden zu sehen.
Zitat:
Diese Leute haben eine ganz besondere, sicherlich durch Genetik begünstigte, einzigartige Muskulatur.
Sorry,…welche Leute?
Meinst Du die 10.000 vom Berlin-Marathon, oder die 30.000 vom Tokio-Marathon, oder etwa die
90.000 vom New York-Marathon?
Das sind alles Menschen wie Du und ich, die einfach nur eines gemeinsam haben.
Die pure Lust am Laufen. Da laufen große genau so wie kleine, dicke genau so wie dünne, hagere genau so wie „normale“ Figuren.
Und kein Einziger von denen hat eine besondere, einzigartige, durch Genetik begünstigte Muskulatur.
Das ist, gelinde gesagt, Quatsch.
Bedingung ist ein gesundes HK-System und eine vorher gut trainierte GA.
Und dann kannst Du, wenn Du denn willst (Kopfsache), laufen und laufen und laufen.
Die natürlichste Fortbewegungsart des Menschen. Da brauchst Du keine besondere, durch Genetik
begünstigte, einzigartige Muskulatur. Nimm die, die Du hast, und alles andere kommt durch Training automatisch.
Laufen ist nicht umsonst Volkssport geworden.
Zitat:
Prinzipell sorgt jede Bewegung, wenn auch für geringen, aber durchaus stetigen Muskelaufbau.
Genau so falsch.
Dann müsste ja jeder Ausdauerläufer Waden wie Handbälle, und jeder Speerwerfer Arme wie Schwarzenegger haben.
Muskelaufbau geschieht durch das Setzen immer höher gelegter neuer Reizpunkte. Ein Muskel, der nicht fortwährend neu gefordert und neue Reizimpulse erhält, kann überhaupt nicht wachsen.
Muskelaufbau bedeutet Quälen, Leiden, und Schmerzen. Frag Bodybuilder wenn sie beim Workout kurz vor der Ohnmachtsgrenze stehen, oder meinen Kotzen zu müssen.
Das, und nur das sind die Reizimpulse, die ein Muskel braucht um zu wachsen. Und beim nächsten Workout wird die Latte wieder ein Stückchen höher gelegt, usw. usw., Du meinst Dir fällt der Arm ab, so sehr brennt und schmerzt er, aber genau dadurch wird das Wachstum angeregt.
Das Wachstum geschieht übrigens in der darauf folgenden Regenerationsphase, nicht im Studio.
Wie ich im ersten Post schon schrieb, ich habe es selber mitgemacht, und verfluche heute den Tag, an dem ich damals das Studio betreten habe.
Zitat:
Sicherlich haben diese Langstreckenläufer eine recht schlanke Muskulatur und bauen schlecht auf, das hat allerdings eher auch was mit der Cortisolausschüttung bei Langzeitbelastung im Körper zu tun.
Diesen Satz versteh ich vom Sinn her nicht, und kann leider nicht darauf eingehen.
Was hat die Cortisolausschüttung mit schlanker, schlecht aufbauender Muskulatur bei Langzeitbelastung zu tun?
Zitat:
Ein BB`ler versucht dieses Hormon, das der Körper unweigerlich anfängt nach ca. 1,5 Stunden zu bilden auf ein Mindesmaß zu reduzieren…
Wie versucht er das, bzw. wie macht er das?
Woher weiß er überhaupt wann das Höchstmaß erreicht ist, bzw. wann er wieder auf Mindestmaß ist?
Hat er irgendein Messgerät bei sich, dass ihm entsprechende Werte anzeigt?
Und ein bluttechnisches Untersuchungslabor in einem Fitnesstudio, habe ich noch nicht gesehen.
Cortisol ist ja bekanntlich ein Stresshormon, welches in der Nebennierenrinde gebildet wird.
In Stresssituationen aktiviert es die ansonsten brachliegenden stillen Reserven in unserem Körper.
Bei erhöhter aerober und anaerober Ausdauer, steigt der Cortisolspiegel jedoch so extrem an, dass Schädigungen am Gehirn nicht ausgeschlossen werden können.
In einem Bericht von Dr. Hollmann las ich, dass bei bereits 1-2 Stunden harten, täglichen Trainings, oder auch Arbeitens, soviel Cortisol ausgeschüttet wird, dass vermutlich irreparabel 20% unserer grauen Gehirnmasse verlorengehen können.
Entsprechende Studien laufen aber noch, sind also noch nicht letztendlich bestätigt.
Inwieweit Cortisol bei Bodybuildern katabol wirkt, weiß ich nicht, denn irgendwie schaffen die es ja alle ihre Muskelpakete aufzubauen.
So, jetzt geh ich erstmal ein paar Stündchen Rennrad fahren, und hoffe, dass meine Waden und Oberschenkel nicht anfangen zu wachsen.;-))
Mit freundlichen Grüßen / Rolf