EU-Kommissarin Reding: "Kundenbindung im Telefonmarkt nicht mehr durch vertragliche Klauseln" Options
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tonja vom
12.01.2020 - 135 Hits -
Nach Angaben von Viviane Reding, EU-Telekom-Kommissarin, ist die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes auch nach zehn Jahren längst nicht abgeschlossen. "Noch immer bestehen in vielen europäischen Ländern enge Verbindungen zwischen Staat und den ehemaligen Telekommonopolisten. Zudem fehlt vielerorts die Bereitschaft der nationalen Regulierungsbehörden für mehr grenzüberschreitenden Wettbewerb", bemängelt Reding gegenüber dem Onlinemagazin teltarif.de die aktuelle Situation. Die Konsequenz sei ein unzureichender Wettbewerb.
Im Gastkommentar der EU-Kommissarin bei teltarif.de stehen nicht nur politische Themen im Fokus. Reding stellt auch konkrete Vorteile der geplanten politischen Maßnahmen für den Verbraucher in Aussicht. So sollte zukünftig das Ziel eines jeden Telekommunikationsunternehmens sein, noch mehr als bisher die Kunden nicht durch vertragliche Klauseln, sondern durch ein attraktives Leistungspaket auf Dauer an sich zu binden. Ebenso fordert die EU-Kommissarin, dass ein vom Kunden verlangter Wechsel des Mobilfunk- oder Festnetzbetreibers unter Mitnahme der eigenen Rufnummer nicht länger als einen Werktag dauern darf.
Vor allem beim Zugang zum Festnetz bestehen ihrer Ansicht nach Wettbewerbsengpässe. Die Tatsache, dass in Deutschland noch immer 92 Prozent der Anschlüsse in der Hand des vormaligen Staatsunternehmens Deutsche Telekom liegen, führe dazu, dass der Verbraucher mit höheren Kosten und einem schlechteren Service rechnen muss. Abhilfe könne hier eine "funktionelle Trennung" von Netzwerkzugang und Dienstleistungen sein. "Ich persönlich erwarte mir von der Möglichkeit einer funktionellen Trennung im Telekommunikationsbereich vor allem ein Signal für effektivere Regulierung und mehr Wettbewerb", so Reding.