Zitat:
wie in finsterer DOS-Steinzeit!
das ist ja ansichtssache. ;) an sich ist die bedienung eines systems mit befehlen in einer shell effektiver als mausgeschubse - und DOS ist ein (schlechter und inkompatibler) UNIX klon...
nur anhand seiner benutzerschnittstelle kann man ein OS ja nicht vollständig beurteilen: immerhin ist die grafische UI ja schon soweit, das man sehr wenig mit der shell in berührung kommt wenn mans nicht will.
microsoft ist übrigens auch auf dem weg, der shell wieder mehr bedeutung zukommen zu lassen - die powershell soll eindeutig bash artige funktionen bringen.. in ferner zukunft soll so ein admin remote systeme so einfach konfigurieren können wie heute die *NIX systeme mittels shell + ssh.
Zitat:
Wo findet man eigentlich dieses KZ-Befehlszeug?
das ist nicht so einfach zu beantworten.
es gibt einen mindestsatz an befehlen, welche immer zur verfügung stehen müssen, wenn sich das system stolz linux nennen können soll:
Filesystem Hierarchy Standard als teil der "Linux Standard Base" beschreibt eigentlich die verzeichnisstrucktur bei einem linux system, beinhaltet aber auch vorgeschriebene programme und deren position..
mit den dort vorgeschriebenen programmen kannst du schon so ziemlich alles machen, was dir am herzen liegt.
alle anderen befehle werden durch installierte programme gestellt.
in der tat ist es so, das jedes programm und auch die mit grafischer oberfläche über den programmnamen und/oder eine gruppe von befehlen über die shell gestartet werden können. dabei unterstützen die programme (auch die meisten programme mit grafischer oberfläche) eine vielzahl von parametern um eine aufgabe zu erledigen, sodass durch zusammenfassung der einzelnen befehle/programme in einem shell-script komplexe aufgaben gelöst werden können.
gerade diese verquickung einzelner befehle/programme in angedachter art und weise leistet dabei die shell selbst: operanden wie <, >, >>, <<, | , do , for, if ... usw. sind dabei fähigkeiten der shell und stellen zumeist keine eigenen programme dar - können aber.
die shell ist somit an sich das wichtigste und beschränkt/erweitert maßgeblich die flexibilität und mächtigkeit der kommandozeilenbedienung.
die wunderbaren möglichkeiten und fähigkeiten deiner shell "bash" kannst du
hier erlernen. möglicherweise findest du auch sehr gute tutorials auf deutsch. ich halte mich eher an die englisch sprachige literatur ;)
Zitat:
ich konnte mir den Kram schon bei DOS nicht im Hirn behalten.
das musst du auch nicht, keiner verlangt das.
man muss nur wissen wo es steht, und da hilft "man":
"man + befehl" = hilfeseite mit allen optionen und vverfendung + warnungen.
bsp:
prompt:$> man tail [enter]
bringt die hilfeseite zu tail (befehl aus der FHS auf jedem system)
noch eins kann dir helfen: die "bash completiton" kann dir eine liste von befehlen oder dateien bieten, von denen du nur die anfangsbuchstaben kennst. du musst 2x tabulator taste drücken.
das funktioniert an jeder stelle auch bei zusammengesetzten befehlen.
bsp.:
prompt:$> ta [tab][tab]
liefert dir eine liste aller befehle, die mit ta* anfangen. gibt es nur einen, so wird nach dem 1. [tab] dieser befehl deine buchstaben in voller länge ergänzen.
bsp.:
prompt:$> /ho [tab]
das passt nur auf ein verzeichnis: /home und so wird der druck auf [tab] die zeile zu:
prompt:$> /home
ergänzen.
hat man erstmal halbwegs die bedienung erlernt und ist sich der möglichkeiten bewusst, möchte man sicher die shell nicht mehr missen.
ein großer vorteil: einmal gelerntes wird nicht wieder ungültig! über jahrzehnte hinweg kannst deine scripte und fähigkeiten mit diesem system nutzen -> du wirst immer besser; bei einer neuen windows version liegen doch alle knöppe und schalter wieder woanders ;)