@snliebhaber:
Du liest nicht sehr aufmerksam, was?
Ich zitiere mich mal selbst:
Zitat:
Dabei spielen zunächst einmal gar nicht Forderungen nach mehr Gehalt eine Rolle.
Eine Gehaltserhöhungsforderung ist nachrangig, viel wichtiger wäre die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Was der Pflege in Deutschland fehlt, ist vor allem ein klar definiertes Aufgabengebiet und eine entsprechende Möglichkeit, diese Aufgaben auch gegenüber den Kassen abrechnen zu können.
Pflege wird in diesem Land nur als Anhängsel des Arztberufes gesehen.Alles was wir leisten muß mit entsprechenden Arztleistungen, die gegenüber der Kasse auch abgerechnet werden können, verbucht werden. Daher sind in den letzten Jahren auch die Arztstellen kontinuierlich gestiegen (was durchaus sinnvoll war) und Pflegestellen kontinuierlich abgebaut worden (was zu Lasten der Patientensicherheit und zu Lasten der Gesundheit der Pflegenden geht).
Zum Thema "gerecht":
Wo würdest du denn die Grenze ziehen, was ist eine gerechte Entlohnung?
Diese Frage zu diskutieren führt ganz schnell in den Bereich, in dem sich gerade auch die GDLer befinden.
Als Pfleger wünsche ich mir auch einen eigenen Tarifvertrag der unabhängig ist vom Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, bzw. unabhängig von zB der Entlohnung der Verwaltungsangestellten eines nicht-tariflich gebundenen Krankenhauses.
Irgendwo sollte sich meiner Meinung nach durchaus auch in der Lohnhöhe wiederspiegeln welch teilw. hohe Verantwortung man als Pflegekraft täglich trägt und welch gesundheitliche Belastung man durch den permanenten Schichtwechsel auf sich nimmt. Wer früh, früh, früh, fri, nach, nacht, nacht, frei, frei, spät, spät, zwischen, früh usw... arbeitet, der wird dabei nicht alt. Ein Arbeiten bis zur Rente ist unter diesen bedingungen nicht möglich. Ich muß also bereits zu Lebzeiten, solange ich einigermassen jung bin, genug verdienen, um mir eine Zusatzrente zu erwirtschaften. Ansonsten ist das System nicht tragbar.
Ich bin mir durchaus bewußt, dass es in der heutigen Zeit jede Menge Branchen gibt, die hoffnungslos unterbezahlt sind, und es gibt Berufe, die genauso belastend sind (ich denke da nur an die KIndergärtnerinnen zB). Es gibt jede Menge weitere Berufe, die man niemals bis zur Rente durchziehen kann. Von daher wäre in diesem Land wohl langsam eine Revolte nötig, um mal ein bißchen umzuverteilen.
Den finnischen Kolleginnen und Kollegen gönne ich hingegen jeden Euro. Und nebenbei bemerkt: sie hatten selbst am Schluss, als es ganz nach der Vollendung der Massenkündigung aussah, eine breite Unterstützung von
62% durch die Bevölkerung.
Wenn ich mir allerdings dein statement ansehe bezweifle ich stark, daß man in unserem Land eine ähnlich breite Unterstützung erwarten dürfte...
derpfleger