Kleine Überlegung zum Lokführerstreik
Hi Leute
Ich habe gerade ein Bericht gelesen, in der die Bahn angibt, durch den Streik mit jedem Tag 1bis 2 Millarde Euro Verlust zu machen.
Nun Frage ich mich, wieviel Lokführer die Bahn hat, damit sich das noch Rechnet???
Wenn ein Lokführer nun 20 000 Euro mehr im Jahr incl. aller Ausgaben bekommt. Dann könnte die Bahn mit jedem Tag Streiken 100 000 Jahresgehälter bezahlen.....
Und wenn nun angenommen 10 000 Lokführer angestellt sind, dann können die immernoch mit einem (!!!!) Streiktag 10 Jahre die 30% mehr bezahlen.
Oder sehe ich da jetzt was falsch?
Gruss
DonOSsi
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Antwort 1 von Nhuya vom 15.11.2019, 15:44 Options
"Verlust" beduetet ja nicht, dass man das Geld abgezogen bekommt, sondern dass man das Geld nicht dazu bekommt (einfach ausgedrückt). Soll heißen: Die Bahn macht 1-2 Milliarden weniger als sonst.
Zu den Gehältern der Lokführer kommen auch noch die Arbeitgeberabgaben (also stimmt deine Rechnung nicht so ganz).
Und überhaupt: Es geht doch ums Prinzip: Die Bahn würde sicherlich auch 10-15 % mehr Lohn zahlen, aber den Tarifvertrag, den wird sie nicht rausrücken und das sollte sie auch nicht. Das Angebot, dass die GDL den gleichen Vertrag bekommt wie alle anderen, fand ich gut. Die GDL bzw. ihre Mitglieder sind nicht einen Cent besser, als die anderen, die bei der Bahn arbeiten!
Antwort 2 von Rangoo vom 15.11.2019, 16:14 Options
Milliarden??? Da hat der Verfasser des Berichts wohl zu viel Rum in seinen Tee getan oder in Lire gerechnet. Die Bahn setzt, mit etwas Wohlwollen, vielleicht in einem Monat 2 Milliarden um, aber wohl kaum am Tag.
Antwort 3 von donossi vom 15.11.2019, 16:14 Options
Habe ebend gerade gefunden, das es 34 000 Lokführer und Zugbegleiter gibt.
Wenn man nun die AG-Abgaben mit dazurechnet. Dann kommt man vllt. auf das Doppelte. Dann kann man immernoch mindestens 2 Jahre die 30% mehr von einem Streiktag bezahlen.
Ob die Lokführer und Zugbegleiter nun besser sind, als die anderen, kann ich im Moment nicht beurteilen. (Wenn gibt es da den noch alles) Aber ich kann mir vorstellen, dass die Leute hinter den Schaltern in der Bahnhofshalle einen geregelteren Arbeitstag haben. Also wenn die Feierabend haben, dann wissen die das Sie immer an der selben Stelle sind und es immer gleich weit nach hause haben.
Gruss
DonOsis
Antwort 4 von Lutz1965 vom 15.11.2019, 16:34 Options
Hier mal ein paar Daten zur
Deutsche BahnPS. Konzernumsatz (Mrd. €) 2006 = 30,1
Zitat:
Alleine der Ausstand im Güterverkehr richtet laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) pro Tag einen volkswirtschaftlichen Schaden von bis zu 50 Millionen Euro an.
Quelle,,,,
Spiegel.de
Antwort 5 von Nhuya vom 15.11.2019, 16:42 Options
Wenn ich es richtig irgendwo in der Presse gelesen habe, sind ja längst nicht alle Lokführer und längst nicht alle Zugbegleiter in der GDL. Ertgo sind die nicht besser, als ihre Kollegen. Und überhaupt: Sie haben sich den Job selbst ausgesucht. Ich muss auch oft am WE oder Nachts arbeiten, aber das habe ich vorher gewusst. Ich geh doch jetzt auch nicht zum Chef und sag, ICH will mehr Geld, aber nur für mich und wir alle Streiken jetzt. Denn dadurch, dass die Lokführer streiken, können viele ihrer Kollegen nicht arbeiten. Und ich glaube nicht, dass die Arbeiter an / auf den Schienen einen geregelteren, verantwortungsloseren oder einfacheren Job haben.
Aber ich finds lustig, dass die Bahn jetzt die GDL verklagt :) Und ich bin gespannt wie es ausgeht :)
Antwort 6 von Lockfuehrer vom 15.11.2019, 20:33 Options
Vergleicht mal die Frachtmengen zwischen der Bahn auf dem Gleis und den Mengen die die hauseigene Spedition Schenker so pro Jahre transportiert. Dann werdet ihr feststellen, dass "Die Bahn" kein Interesse mehr an der Schiene hat...
Die Bahn muß zum Zwangsverkauf der Spedition Schenker gezwungen werden. Mit den freiwerdenden Geldern könnten die dann alle Gleise mit Blattgold überziehen und den Lokführern glatt 50% mehr geben ohne das es "weh tut"....