Musikalische Bildung, Ja oder Nein.
Guten Tag,
ich würde gerne mal das Thema musikalischer Bildung aufgreifen. Viele lasssen das ja völlig ausser acht und gehen lieber billig einkaufen, bei aldi und promarkt oder poppen nach dem Abendessen für neue Kinder.
Aber die alten Kinder hatten durchaus auch musikalische Bedürfnisse, die nie richtig befriedigt wurden. Beispiel: Ich.
Im Alter von sechs Jahren spielte ich gerne Klarinette. Meinen Eltern fehlte das Geld und daher nahm ich zwei Topfdeckel, mit denen ich den halben Tag übte.
Sechs Monate später bekam ich neue Eltern, die musikalischer waren. Allerdings hatten die keine Metalltöpfe, nur Mikrowellengeschirr. Meiner jungen Musikerseele machte das nichts aus. Ich trommelte fürderhin auf Plastikboxen und entdeckte meine Liebe für den Rhytmus. Das "Plopp-Boing-PloppPlopp-Boing voller Inbrunst, zeigte mir wie schön Paradiddle sein können, selbst nach vier Stunden mit Topflöffeln und Kunststoff.
Später entdeckte ich meine Stimme. Die war aber nie so der Hit. Ich jaulte und dreschte auf allem rum, was meinem musikalischen Bedürfniss Ausdruck verleihen konnte.
Eltern-Zwei besuchten mich dann nur noch gelegentlich.
Eltern-Drei waren besser. Beide waren hörbehindert, ich war mittlerweile zwölf Jahre alt und musizierte wann immer ich es konnte.
Es war eine schöne Zeit. Ich schrie' und trommelte, klatschte zu allem im Takt und wollte unbedingt Gitarre, Klavier und Trompete lernen. Hat gut ein Jahr gedauert. Dann hatte ich sieben Instrumente drauf und spielte eigentlich immer wenn es ging. Nun, die Hälfte der Instrumente besass ich ja nicht, musste sie mir leihen. Mit zwölf ist das noch nicht das Problem, da vertraut einem ja noch jeder. Später, so ab fünfzehn wars dann schwierig.
Für die erste Jazz-Prompete musste ich blasen und für das Schlagzeug musste, naja lassen wir das. War jedenfalls nicht schön.
Heute spiele ich keines der Instrumente mehr. Ich schlucke Pillen nur deswegen, weil ich mehr sein wollte als meine Eltern in mir sehen wollten. Notenlesen kann ich immer noch, obwohl ich das nur im alter von 8 Jahren mal gelernt habe.
Eigentlich sollte das hier weniger von mir handeln, als vielmehr von verpassten Chancen im allgemeinen. Vornehmlich ausgelöst durch dumme Arschgeigen, die ich heute Eltern nenne.
Falls es hier Musiker gibt, mit einem Herz für Talent...ich bräuchte noch eine E-Gitarre.
jam on,
spectral
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Antwort 1 von O4r7 vom 11.11.2019, 22:29 Options
Jooo spectral.
Am 11.11. um 22.22 Uhr :))
Antwort 2 von Aquarelle vom 11.11.2019, 22:43 Options
Hätte ein interessantes Thema sein können.
Saudumm vergeigt von einem, der hoffentlich nie Vater wird.
Geschweige denn Mutter.
Antwort 3 von Primut vom 12.11.2019, 00:55 Options
Musikalische Bildung?
Natürlich,
unbedingt!
Und auch musikalische Früherziehung! Sozusagen vorbeugend.
Vielleicht lässt sich ja damit langfristig auch der Schrot t im Radio vorbeugen ;-)
Immerhin:
(Zitat Wikipedia: muskl. Früherziehung)Zitat:
Musik kann darüber hinaus eine therapeutische Funktion für Eltern und Kinder wahrnehmen.
Und Musik nimmt ja heutzutage in dieser medial überfrachteten Welt eine nicht unwesentliche Stellung ein, gerade auch für die Jugend. Weil bald
Weihnachten ist... ;-)
Und im übrigen würd ich vermuten, Mozart hat damals gar keine Chance gehabt, seine Chance, musikalischer Überflieger zu werden zu verpassen. Da hätte er in unserer heutigen Zeit sicher viel mehr Chancen!
Hey spectral,
keine Ahnung, ob's bei dir damals tatsächlich Talententfaltung oder nur Therapie war,
wie auch immer, ich hätte noch eine Gitarre über. Musst du dir bloß in Berlin abholen. E-Gitarre für E-Musik? Nun ja, recht ambitioniert! Meine ist leider nur eine Westerngitarre. Aber immerhin.
Gruß
...I need more bass, on all frequencies ....
Antwort 4 von spectral vom 12.11.2019, 01:13 Options
hm, das problem, primut ist nicht dass du nichts direkt zum thema gesagt hättest. Aber das schlusszitat reissts' raus, aber mal echt. Danke.
Ist nicht viel, aber es ist echt gut.:)
spectral