Duschwasser für Toilettenspülung
Hallo
Ich möchte mir in den nächsten Jahren irgendwann ein Haus bauen und bin jetzt auf die Idee gekommen, das man für die Toiletten eigentlich Duschwasser benutzen könnte. Ich sehe da den Vorteil, das ich das Wasser und voralledingen Abwasser halt nur einmal bezahlen muss.
Eigentlcih wollte ich mir einen Tank in Garten bauen mit 5000 Liter oder so. Aber nun ist mein Arbeitskollege auf die Idee gekommen, hinter die Toilette ein Behälter zu setzten, welcher 10 Spülgänge oder so durchhält (ca.100Liter).
Nun wollte ich mal fragen, ob jemand von euch weiss, auf was man bei sowas achten sollte? Und ob es da vllt auch Systeme für sowas zu kaufen gibt.
Gruss
DonOssi
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Antwort 1 von Mikoop vom 09.08.2019, 07:59 Options
Hallo,
Wie willst du die Wasserqualität erhalten? Duschwasser ist ja nicht sauber, sondern mit Seife und so 'verunreinigt' . Das könnte die Ventile (und die Pumpe, die du für die Spülung brauchst) auf Dauer zusetzen.
Die Lösung mit einem (Erd-)Tank für Regenwasser halte ich für besser. Wir haben auch einen, die Wasserqualität ist sehr gut.
Gruss, Mikoop
Antwort 2 von donossi vom 09.08.2019, 08:34 Options
Das mit der Wasserqualität habe ich mir auch schon überlegt, aber noch keine Lösung gefunden. Daher suche ich einen Firma, die sowas verkauft.
Wie schon geschrieben, habe ich mir das mit dem Erdtank auch schon überlegt. Aber zum einen kostet der ja über 1000-2000 Euro je nach Grösse und bis sich das lohnt dauert es wieder Jahre...
Regenwasser finde ich wiederrum nicht soooo gut, weil da muss ich für das Duschwasser UND das Toilettenwasser wieder Abwasser bezahlen und genau das wollte ich damit verhindern.
Bis jetzt ist es auch nur eine Idee, ob es praktisch möglich ist, weiss ich allerdings noch nicht so genau.
Gruss
DonOssi
Antwort 3 von Mikoop vom 09.08.2019, 19:02 Options
Hallo nochmal,
Wenn du für die Toilette Regenwasser verwendest, musst du kein Abwasser zahlen, da das ja nicht einzeln erfasst, sondern mit dem Trinkwasserverbrauch gekoppelt ist (den du dann ja nicht hast).
Regenwasser kannst du auch zB für die Waschmaschine und den Garten verwenden - ob sich der ganze Aufwand nur für die Toilette lohnt, wage ich zu bezweifeln...
Wie willst du denn das Abwasser der Dusche getrennt erfassen, i.d.R. speist das in das selbe Abwasserrohr wie die Toilette ein. Viel Aufwand für wenig Ergebnis...
Immer mehr Gemeinden berechnen Gebühren für das Einspeisen von Regenwasser ins Abwasser, der Einsatz einer Zisterne (und Versickerung) macht sich da bald bezahlt.
Gruss, Mikoop
Antwort 4 von spüli vom 09.08.2019, 20:15 Options
Ich habe seit sechzehn Jahren eine Zisterne. Funktioniert alles einwandfrei und rentiert sich. Betreibe Toiletten, Waschmaschiene und Gartenbewässerung damit. Das Wasser ist sehr sauber, weil es von der Oberfläche der Zisterne gepumpt wird, nicht vom Grund der Grube.
Die Pumpe war noch nie defekt.
Nachteile sind:
1. ca. einmal in zwei bis drei Jahren sollte die Zisterne leergemacht und der Schlamm vom Boden abgesaugt
werden (das ist aber nur so oft nötig, wenn ziemlich viel Dreck übers Dach läuft (bei mir durch hohe Bäume) und 2. die Ämter stehen parat und fordern regeläßige Wasserkontrollen (bei uns in Hessen zumindest).
Ich glaube auch, dass der Aufwand bei Deinem System
(Duschwasserverwendung) zu hoch ist. Die Verunreinigungen durch Seife o.ä. dürften sich aber in Grenzen halten. Man stelle sich nur vor, was sonst alles durch die Toi fließt :o. Da ist Seife wohl das geringste Problem.
Gruß spüli
Antwort 5 von donossi vom 10.08.2019, 10:15 Options
Zitat:
Wenn du für die Toilette Regenwasser verwendest, musst du kein Abwasser zahlen, da das ja nicht einzeln erfasst, sondern mit dem Trinkwasserverbrauch gekoppelt ist (den du dann ja nicht hast).
Hallo
Den oberen Absatz solltest du besser für dich behalten. Normalerweise ist es so, das zwischen die Zisterne und die Verbraucher eine Wasseruhr muss, damit die Klärbetriebe errechnen können, wieviel Regen-Abwasser du in die Kanalisation fliessen lassen hast.
Bei einem Arbeitskollegen wurde im Neubaugebiet Kontrollen gemacht, ob sich z.B. die Wasseruhr dreht, wenn die Toilette benutzt wird. Und die Leute die keine Zisterne angegeben haben, mussten da gut was an Strafe blechen.
Weiterhin habe ich gelesen, das die Toilettenspülung ca. 40% des Wasserbedarfs in einem normalen Haushalt ausmacht und weitere 40% auf die Körperpflege (Duschen, baden...) verteilt sind. Wenn ich das Duschwasser nun auffange und zum spülen benutze, dann habe ich ja 40% des Frisch und des Abwassers gespart (Sofern ich jetzt davon ausgehe, das man für Toiletten-Regenwasser auch Abwassergebühren zahlen muss!)
Antwort 6 von mephan vom 10.08.2019, 22:06 Options
Hallo
Zitat:
Bei einem Arbeitskollegen wurde im Neubaugebiet Kontrollen gemacht, ob sich z.B. die Wasseruhr dreht, wenn die Toilette benutzt wird. Und die Leute die keine Zisterne angegeben haben, mussten da gut was an Strafe blechen.
Wir haben das bei einem Kumpel mit einem versteckten Umschalter gelöst. Nur mal so als Info ;-)
Außerdem kommen die ja nicht Wöchentlich. Man sollte bei der Installation der Zisterne aufpassen und es nicht unbedingt jedem erzählen.
Gruß mephan
Antwort 7 von fiesta vom 11.08.2019, 11:05 Options
Variante für Sparsame: Auffangbecken in die Wanne/Dusche und mit einem Eimer das Wasser dann ins Klosett geben zum spülen.
Vorteile:
Billig, einfach , wirksam und gesund (für die Rückenmuskulatur).
f.
Antwort 8 von Rudger vom 11.08.2019, 14:43 Options
Zitat:
Wenn du für die Toilette Regenwasser verwendest, musst du kein Abwasser zahlen, da das ja nicht einzeln erfasst, sondern mit dem Trinkwasserverbrauch gekoppelt ist (den du dann ja nicht hast).
Nicht ganz richtig so. Oberflächenwasser= qm/Dachfläche+Versiegelte Flächen, wie Terrasse, Garageneinfahrten werden in der Abwasserberechnung mit einbezogen.
Antwort 9 von spüli vom 11.08.2019, 21:46 Options
Das mit´m Eimer auffangen und in die Toi ist umständlch und unhygienisch, finde ich. Spritzt meist wie Sau, ist bei größeren Geschäften eklig.
Das mit dem Umschalter zw. Trink- und Brauchwasser habe ich auch, allein schon deshalb, weil in Trockenzeiten evtl. nix mehr in der Zisterne ist, wie will man dann das Klo spülen
und Wäsche waschen.
Kontrollieren tun die nur bei Neubauten, soweit ich gehört habe.
Bei älteren Häusern mit Zisternenversorgung würd ich´s den Behörden auch nicht unbedingt auf die Nase binden, wenn sie´s noch nicht wissen. Bringt nur Kosten und sonst nix.
Gruß spüli
Antwort 10 von Teddy7 vom 13.08.2019, 13:29 Options
m.E. sind Kontrollen bzgl. der "Wasseruhr" rechtlich nicht haltbar. Es handelt sich schließlich um Wasser, das - wenn es nicht aufgefangen würde - von Dach in die Kanalisation laufen würde. Dieser Anteil des Abwassers ist (wie bereits oben erwähnt) über Dach- und versiegelte Flächen schon berücksichtigt und darf nicht nochmals in Rechnung gestellt werden !
Gruß
Teddy
Antwort 11 von rfb vom 14.08.2019, 10:33 Options
Die Idee Dusch- und div. andere Abwässer fürs Klo zu nutzen ist schon alt. Habe selbst vor ca 20 Jahren in einem Berliner Wohnblock (typische Gründerzeit-Mietskaserne) mal eine Anlage hierfür mitgebaut und überwacht.
Der korrekte Fachbegriff lautet Grauwasseranlage.
Unter diesem Stichwort sind auch einige Selbstbauanleitungen im Netz zu finden.
Antwort 12 von rfb vom 14.08.2019, 10:42 Options
@Teddy7:
du übersiehst hierbei, dass
Regenwasser weniger verunreinigt ist als Klospülungsabwasser
es in vielen Regionen Deutschlands getrennte Kanalisationen für Regen- und Abwaser gibt