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Fragevon dos622 vom 27.09.2021, 08:18 Options

DOS Windows- Versionen

Wieso werden keine Windows- Versionen mehr geschrieben, die auf DOS basieren und z.B. unter dem Aero Design laufen?


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Antwort 1 von sutadur vom 27.09.2021, 08:33 Options

Weil bei aller Nostalgie die DOS-Zeiten einfach mal vorbei sind ...

Antwort 2 von KJG17 vom 27.09.2021, 08:46 Options

Moin,

warum hechele ich mit meinem Trabi bei der DTM immer nur den anderen Autos hinterher?

Ganz einfach, den Original-2-Takt-Motor das Trabis kann man auf etwa 160 km/h tunen, mehr ist eben trotz aller Tricks mit dem eigentlichen 'Betriebssystem' nicht möglich.

Bei Aero unter DOS könnte ich mit ´nem Trabi zum Mond fliegen.

Gruß
Kalle

Antwort 3 von Doc-Jay vom 27.09.2021, 08:52 Options

Windowas 98 war meines Wissens nach die letzte Windows-Version, die noch echt auf DOS basiert hat.
Allerdings hat DOS viele entscheidende Nachteile. Es beherrscht z.B. kein echtes Multitasking und kann mit paralleler Programmierung und somit mit Mehrkern-Prozessoren absolut nichts anfangen. Auch die ganze Speicherverwaltung, Speicherschutz, die Verwaltung großer Laufwerke und komplexer Netzwerke ist für "echtes" DOS praktisch unmöglich.
Deshalb hat man seit WIN-NT nach und nach alles komplett neu programmiert, damit die Systeme mit der neuen Technologie umgehen können.
Heute stellen die Betriebssysteme für die Anwendungsprogramme sog. Programmier-Schnittstellen bereit. Und die kann ein DOS-Programm nicht benutzen. Würde man zusätzlich Schnittstellem für echtes DOS einbauen, dann wären die Systeme noch mehr aufgebläht als sie es so schon sind.
Man benutzt heute die DOS-Engabeaufforderung noch, um sog. Skripte ablaufen zu lassen, also kleine Programme die z.B. die Netzwerkanmeldung an mehrere Laufwerke machen oder bestimmte Programmabläufe regeln. Das ist aber kein echtes DOS mehr, sondern eine nach DOS aussehende Windows-Oberfläche.

Der Doc

Antwort 4 von KJG17 vom 27.09.2021, 09:14 Options

Moin Doc,

kleine Ergänzung: Die Luftnummer Windows ME basierte trotz aller gegenteiligen Beteuerungen von Microsoft auch noch auf DOS und wird deshalb zur Vereinfachung allgemein den Win9x-Systemen zugeordnet.

Gruß
Kalle

Antwort 5 von Doc-Jay vom 27.09.2021, 09:17 Options

ME: Murk-Edition...
Stimmt, danke für die Ergänzung!

Der Doc

Antwort 6 von homebasic vom 27.09.2021, 10:11 Options

es hätte heutzutage noch solche versionen geben können, die auf dos basieren und den unterordner "command" im "windows verzeichnis" haben, wenn nur der versuch mit dem windows xp home damals nicht geklappt hätte
dann wäre z.b. es so aussehen:
windows xp home dos
windows vista home dos
windows 7 home dos

Antwort 7 von KJG17 vom 27.09.2021, 10:41 Options

Zitat:
es hätte heutzutage ...

Na klar doch, aber es wäre dann nicht XP, Vista oder 7

Gruß
Kalle

Antwort 8 von Doc-Jay vom 27.09.2021, 11:31 Options

Nur das Vorhandensein eines "command"-Ordners bedeutet noch lange kein DOS, sondern nur eine Sammlung von Programmen, die auf einer Art "DOS-Emulation" laufen.

Mal zu den Grundlagen:
Ein Betriebssystem musste sich in echten DOS-Tagen eigentlich "nur" um den Zugriff auf die Daten auf der Diskette kümmern, daher der Name DOS: Disk-Operating-System. Dazu kamen noch ein paar Kleinigkeiten die den Zugriff auf einige Hardware-Komponenten betrafen und ein bissel Speicherverwaltung. Daher musste man zum Beispiel in jedem Spiel die Soundkarte und die Grafikkarte extra konfigurieren. Und in jedem Büro-Programm den Drucker extra einrichten, sofern ein passender Treiber mitgeliefert wurde.
Zum Ende der DOS-Zeit gab es dann auch die Möglichkeit, z.B. Drucker systemweit zu konfigurieren.

Windows bis 3.11 war dan im Grunde genommen nur eine Benutzeroberfläche für DOS, das die Bedienung vereinfachte. Man musste sich nicht mehr ellenlange Befehle merken mit zig Parametern, bei denen man sich zudem dauernd vertippte, sondern hatte bunte Bildchen zum anklicken.
Unter dieser Oberfläche schlumerte aber immer noch ein Single-Thread-Betriebssystem. Multitasking gab es wenn dann nur als sog. kooperatives Multitaksing, ein Anwendungsprogramm musste also explizit den Prozessor freigeben, damit andere Programme auch mal Zeit bekamen zum ablaufen.
Preemptives Multitasking kam erst mit Windows 95 richtig auf, aber unter DOS waren dazu etliche Verrenkungen notwendig, da die Basis einfach nicht dafür geschaffen war. Und "echtes" Multitasking ist erst sein WIN-NT / 2000 möglich.

Zudem blieb die Hardware-Entwicklung nicht stehen. Und die immer komplexeren Strukturen verlangten nach immer aufwändigeren Betriebssystemen die die Verwaltung übernehmen mussten.
Heute muss sich ein Betriebssystem um eine Unmenge von Aufgaben kümmern. Unter anderem:
- Zugriff auf Datenträger
- Zugriff auf das Netzwerk (mit einer Vielzahl von Diensten)
- Zugriff auf die komplette Hardware (die eigentlichen Programme greifen über Betriebssystemschnittstellen auf die Hardware zu, und nicht mehr direkt wie noch zu DOS-Zeiten)
- die komplette Speicherverwaltung
- und noch tausende andere Dinge mehr

Das alles kann ein DOS einfach nicht mehr.
Wollte man ein heutiges Sytem nur mit einer DOS-Artigen Oberfläche bedienen, dann hätte man, mal über den Daumen gepeilt, eine Liste von bestimmt 10.000 verschiedenen Befehlen, die jeder noch so um die 20 bis 50 Parameter hätten. und die müsste ein Benutzer ALLE auswendig kennen.

Stattdessen hat man heute einen sog. Betriebssystem-Kern, der den Hardware-Zugriff macht und sich um das Multitasking und die Speicherverwaltung und solche Sachen kümmert. Drumherum sind die ganzen Treiber und Dienste angeordnet, die für den Betrieb notwendig sind. und um dieses Gebilde wiederum die eigentlichen Anwendungsprogramme.

WIe ihr seht, eine extrem komplexe Geschichte, die man hier gar nicht wirklich erklären kann. Alleine die Grundlagen Betriebssysteme nehmen im Studium 1 Semester ein.
Ich habe hier mit Sicherheit einiges vergessen oder vielleicht auch mißverständlich erklärt. Ich bitte dies zu verzeihen.
Sucht einfach mal im Wikipedia nach dem Begriff "Betriebssystem", viel Spaß beim Gedanken-rotieren.
Ich wollte nur klarmachen, warum DOS heute nicht mehr klappen kann.

Was wir heute als DOS-EIngabeaufforderung kennen ist im Grunde nichts anderes, als eine Ansammlung kleiner Programme, die dem versierten Anwender die Arbeit manchmal erleichtern, weil sie mit wenigen Tasten-Klicks schneller an ihr Ziel kommen als mit minutenlangen Maus-Suchspielchen. (ich denke da nur an ipconfig)
Mit echtem DOS hat das abslout nichts mehr zu tun.

In diesem Sinne

Möge die Verwirrung mit euch sein ;-)

Der Doc

Antwort 9 von Koax vom 28.09.2021, 12:08 Options

Dann definier aber auch bitte richtig!

Disc Operating Systems sind sie immer noch. Bitte unterscheidet zwischen MS-DOS und DOS. Windows 7 ist somit durchaus ebenfalls ein DOS, aber eben kein MS-DOS mehr.

Antwort 10 von Koax vom 28.09.2021, 12:11 Options

Wieso werden keine Windows- Versionen mehr geschrieben, die auf DOS basieren und z.B. unter dem Aero Design laufen?

Ich weiß, was du meinst, hast aber eben die Frage nur falsch gestellt.

Wechsel das Betriebssystem außerhalb Microsoft und du bekommst ein aktuelles OS samt mächtiger Kommandozeile.

Antwort 11 von Vogelfreund vom 28.09.2021, 12:22 Options

von koax: " und du bekommst ein aktuelles OS samt mächtiger Kommandozeile"

Ich finde auch dass DOS immer ein sehr mächtiges Tool war und ist.
Es wäre auch sehr schade wenn man mit den DOS-Kenntnissen nichts mehr anfangen könnte.
Unter XP habe ich noch das Start-Ausführen-CMD
Gibt es das unter Vista oder windows7 nicht mehr?

Antwort 12 von Doc-Jay vom 28.09.2021, 13:02 Options

Zu AW 9
Das stimmt nicht so ganz.

Das "echte" DOS war tatsächlich nur für die Operationen der Datenträger zuständig. Sprich Verwaltung des Dateisystems mit Operationen wie Dateien kopieren, umbenennen, löschen, verschieben, öffnen, speichern, Attribute setzen,...
Alles weitere, wie z.B. Dateien bearbeiten, blieb an den Anwendungsprogrammen hängen.
Später kamen dann Erweiterungen wie Speichermanagement dazu.

Heute ist die Datenträgerverwaltung nur noch ein kleiner (wenn vielleicht auch immer noch entscheidender) Teil eines Betriebssystems. Also könnte man sagen, ein aktuelles DOS ist ein Subsystem des Betriebssystems. Wie ich schon schrieb, ein Betriebssystem hat heute ein Unmenge weiterer Aufgaben zu bewältigen, also nur den Zugriff auf Disketten zu managen.

Und die Kommandozeile hat auch nichts mehr direkt mit DOS zu tun (außer vielleicht Befehle wie dir, rmdir, mkdir oder ähnliche, die Operationen auf Datenträgern durchführen).

Der Doc

Antwort 13 von ralfb vom 28.09.2021, 15:50 Options

Zitat:
Nur das Vorhandensein eines "command"-Ordners bedeutet noch lange kein DOS, sondern nur eine Sammlung von Programmen, die auf einer Art "DOS-Emulation" laufen.


sehe ich auch so, die Emulation ist übrigens eine echte 8086-VM, s. weiter unten...

Aber:

Zitat:
Windows bis 3.11 war dan im Grunde genommen nur eine Benutzeroberfläche für DOS, das die Bedienung vereinfachte.


würde ich nicht sooo platt sehen...

Sogar Windows 1 macht bei DOS-Programmen den Trick eine 8086-VM zu starten. Innerhalb der DOS-VM weiss das DOS-Programm nix von Windows und Multitasking weil es dafür keine Schnittstellen hat ...die VM wird von Windows verwaltet nach bestimmten Regeln angehalten oder fortgeführt, weil DOS eben auch kein Multitasking versteht.

s. auch:
http://support.microsoft.com/kb/306126

Das ist schon eine etwas komplexere Umgebung als nur eine GUI für DOS ...oder?

und:
Zitat:
Zum Ende der DOS-Zeit gab es dann auch die Möglichkeit, z.B. Drucker systemweit zu konfigurieren.

DAS wäre es mir völlig neu, dass DOS-Proggies auf Windows-Druckertreiber zugreifen können ...oder sind die neuen Windowsprogramme gemeint?

Dieses ...äh "pimp my DOS over Windows" hatte ...wie ich meine, ihren Höhepunkt mit Win98, dann mit Knick bzgl. Spiele, als z.B. immer mehr Soundkarten mit WDM-Treiber auf dem Markt kamen ...mit meiner Audigy ZS bekam ich unter DESCENT keinen Sound mehr hin oder als DirectX etwa ab Version 5 bedeutsamer wurde. Für echte DOS-Spiele gibt es aber ja gottlob DosBox ;))


Die Beschreibung "DOS-basierend" trifft bis WinME eher auf den Bootprozess zu ...ohne DOS und command.com startet halt nix. Und während Win3.xx noch auf viele Realmode-Treiber zurückgreifen musste, die teilweise aus config.sys & Co geladen wurden, war ab Win9x fast 100% auch damit Schluss. Ab WinNT kann man tatsächlich von einer Loslösung vom DOS sprechen ...der Kommandozeileninterpreter CMD.EXE hat nur am Rande Änlichkeiten mit COMMAND.COM.

DOS-Programme sind auch immer 16-Bit, das einzige 32-Bit-Projekt, dass mir bekannt ist, ist FreeDOS32 ...aber dafür müssen die Programme auch erst kompiliert werden.

mfg Ralf

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