"Anzahl der Missbrauchsfälle bei PayPal erschreckend hoch" Options
von
tonja vom
05.11.2020 - 1392 Hits - 5 Antworten

Nachdem Ebay sofortüberweisung.de ohne Vorankündigung auf die Liste der verbotenen Zahlsysteme gesetzt hat, nimmt das Auktionshaus nun Stellung zu seiner rigiden Vorgehensweise. Ebay erklärt, dass es das Hinterlegen von PIN/TAN auf einer dritten Seite aus Sicherheitsgründen für bedenklich halte und der Verbraucher indirekt dazu aufgefordert werde, die AGB der Banken zu verletzen. Nach Ansicht von Payment Network ist diese Aussage nicht nur irreführend, sondern auch absolut nicht nachvollziehbar. „Ich verstehe nicht, wie der Betreiber von PayPal – einem der am meisten umstrittenen Bezahldienste im Internet – solche Aussagen treffen kann“, so Christoph Klein, CEO der Payment Network AG. „Während bei sofortüberweisung.de bis heute bei mehreren Millionen Transaktionen noch kein einziger Missbrauchsfall bekannt ist, ist deren Anzahl bei PayPal erschreckend hoch.“ Laut des Ebay-Jahresberichts habe PayPal 2007 über 139 Mio. US-Dollar verloren, die unter anderem auch auf Betrügereien mit Verbrauchern zurückzuführen sind. „Die Betrugsfälle sind im Ebay-Jahresbericht unter der sogenannten ‚Transaction Loss Rate’ beziffert“, so Klein.
Die Überlegenheit von sofortüberweisung.de in punkto Sicherheit sei kein Zufall, sondern liege sowohl in der technischen Abwicklung als auch in den rechtlichen Schutzmechanismen der Payment Network begründet. Dazu erläutert Klein: „Bei sofortüberweisung.de muss der Verbraucher seine Transaktion mit einer Transaktionsnummer (TAN) bestätigen. Diese ist nur offline zugänglich und kann daher durch einen Angriff auf den Rechner eines Verbrauchers nicht entwendet werden. Bei PayPal hingegen genügt es, die E-Mail-Adresse und das Passwort eines Verbrauchers zu kennen, um bezahlen zu können. Ein einziger Angriff auf einen Kundenrechner reicht also, um mit PayPal erheblichen Schaden beim Verbraucher anzurichten.“
Zudem wird die genutzte TAN bei jeder Überweisung mit sofortüberweisung.de sofort entwertet und ist daher nur einmal einsetzbar. Selbst eine unbefugte Speicherung der TAN kann also keinen Schaden anrichten, da diese für Folgezahlungen wertlos wäre. „Ganz im Gegensatz dazu kann ein einmal gespeichertes PayPal-Passwort auch zu einem späteren Zeitpunkt missbraucht werden“, erklärt Christoph Klein. Da Verbraucher häufig die gleichen Passwörter für verschiedene Plattformen wählten, bestehe durch PayPal die Gefahr, dass bei einem entsprechenden Angriff auf dem Rechner auch Passwörter in anderen privaten Bereichen wie E-Mail-Accounts, geschützten Netzwerken oder weitere Shopping- Portale missbraucht würden.
Dass Payment Network zu keinem Zeitpunkt sensible PIN- und TAN-Daten speichert und die diesbezüglichen Richtlinien des Bundesdatenschutzes einhält, wurde vom TÜV Saarland wiederholt geprüft und bestätigt. Im Gegensatz zu anderen Zahlungssystemen bietet das Gautinger Unternehmen zudem einen Versicherungsschutz für den bislang noch nie eingetretenen Fall eines Datenmissbrauches an. Die Versicherungsbedingungen sowie das TÜV-Zertifikat sind auf den Internet-Seiten von Payment Network zugänglich.
„Diesen – auf technischer Seite - umfassenden Schutz vor Phishing und Pharming sowie den Versicherungsschutz im Schadensfall mit der von Verbraucherschützern geforderten Beweisumkehr bietet kein anderes uns bekanntes Zahlungsmittel“, so Christoph Klein. „Dabei zählen PayPal und Ebay zu den Hauptangriffszielen von Phishing-Betrügern, wie man der Presse und dem Internet immer wieder entnehmen kann.“ Dass PayPal zur Begründung seiner Argumente Initiativen der Verbraucherzentralen heranzieht, findet er „geradezu haarsträubend, da diese hier bewusst von Ebay und Paypal instrumentalisiert werden. Hinzu kommt, dass Verbraucherverbände und Experten auch im Zusammenhang mit PayPal häufig vor Risiken warnen.“
Neben sofortüberweisung.de wurden auf Ebay auch Zahlungssysteme wie Google Checkout, Neteller und PaysafeCard verboten. „Angesichts der Tatsache, dass PayPal gemäß der Ansicht unabhängiger Experten sowie der Zahlen im Ebay-Jahresbericht mittlerweile zu den wenigen verbliebenen Wachstumstreibern von Ebay gehört, ist diese Verhaltensweise vielleicht kaufmännisch motiviert, aber von Wettbewerbern nicht ohne weiteres hinzunehmen“, so Christoph Klein. Sein Unternehmen bedauere die Verhaltensweise von Ebay und PayPal - insbesondere vor dem Hintergrund, dass andere eWallet-Systeme wie Click&Buy oder Moneybookers sofortüberweisung.de sehr erfolgreich einsetzen. „Hier würde ein kooperativer Ansatz für beide Parteien sehr viel mehr Vorteile bringen als die nach heutigem Stand wohl unvermeidbare rechtliche Auseinandersetzung.“ Payment Network erwartet bis Freitag dieser Woche eine Stellungnahme des Auktionshauses, „sollte diese nicht erfolgen, werden wir entsprechende rechtliche Schritte einleiten“, kündigt Klein an.