Politiker lehnen Killerspiele-Verbot ab Options
von
tonja vom
11.12.2018 - 235 Hits -
Mit dem Vorschlag, den Paragraphen 131 des Strafgesetzbuches (StGB) zu ändern, hat der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) die Nerven vieler Computer- und Videospieler strapaziert – aber auch die Opposition steht der Gesetzesänderung kritisch gegenüber. In der Kritik steht auch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die für die Alterseinstufungen der Spiele verantwortlich ist.
Gegenüber dem Onlinespielemagazin GamePorts sagte Daniel Bartsch von der Linksparteifraktion im Deutschen Bundestag: „Die Gesetze sind da, wichtig wäre deshalb keine Verschärfung bestehender Gesetze, sondern eine bessere Kontrolle der Einhaltung.“ Der Amokläufer von Emsdetten habe außerdem „massive soziale Probleme“ gehabt, weil er bestimmte „jugendgemäße Anforderungen an ´Coolness´ nicht erfüllen konnte“, deshalb sei ein Klima wichtig, das keine Verlierer zulässt, sodass Amokläufer nicht so leicht entstehen. Er fordert, dass die Politiker „sich besser um Sinn und Unsinn dieser Spiele informieren sollten“.
Der medienpolitische Sprecher im Bundesvorstand der Jungen Union, Daniel Walther, sagte gegenüber GamePorts, dass der deutsche Jugendschutz weltweit als modern und effektiv gelte. Außerdem sei die Politik längst an der Entscheidungsfindung der USK beteiligt. Im Onlinespielemagazin GamePorts fordert Walther: „Harmonisiert den europäischen Jugendschutz!“ Das sei wichtig, wenn „etwas gegen die Verbreitung bislang undefinierter ´Killerspiele´ unterommen werden soll“.
Auf Anfrage von GamePorts zeigte sich das brandenburgische Innenministerium (Jörg Schönbohm, CDU) vom bayerischen Vorschlag nicht abgeneigt: "Eine endgültige Bewertung kann jedoch erst vorgenommen werden, wenn die genauen Inhalte der Gesetzesinitiative bekannt sind." Die "Killerspiele" würden "immer brutaler" werden, heißt es aus Brandenburg, deshalb sei eine Eindämmung zu begrüßen.
Vor kurzem stellte der 20-jährige Abiturient Dominik Hahn die Online-Petition unter der Adresse
www.killerspielverbot.de online. Auf die Idee kam der leidenschaftliche "Killerspieler" durch seine Großmutter, sagte er dem Onlinespielemagazin GamePorts: "Ich war nach dem Amoklauf bei ihr und sie meinte: ´Du spielst doch auch so etwas - nicht dass ich dich irgendwann mal in den Nachrichten sehe.´ Und da habe ich mir gedacht, dass da irgendetwas falsch läuft." Er möchte ein Zeichen setzen, sagte er GamePorts, "dem namenlosen Spieler einen Namen geben". Man müsse zeigen, dass sie keine potentielle Killer sind, "keine verwirrten Menschen, die aus reiner Mordlust virtuell Leute abknallen, sondern Menschen wie du und ich".