De-Mail soll jährlich 1,4 Milliarden Euro einsparen Options
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tonja vom
15.09.2021 - 105 Hits -

„De-Mail – so einfach wie E-Mail, so sicher wie die Papierpost.“ Wird die Werbebotschaft tatsächlich halten, was sie verspricht? Thomas Biere vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärte im Braunschweiger Haus der Wissenschaft, wie De-Mail die Anforderungen an eine rechtssichere Kommunikation erfüllen will – und präsentierte dabei eine außergewöhnlich hohe Zahl.
Bis zu 1,4 Milliarden Euro – so hoch könnte die Summe sein, die Verwaltung, Unternehmen und Bürger durch De-Mail jährlich sparen. Und was wird die De-Mail kosten? Das konnte Thomas Biere, der vom Bonner Bundesamt nach Braunschweig gereist war, nicht beantworten. Dafür hatte er jede Menge anderer Informationen dabei. Der Fachmann erklärte, wie die Bereitstellung eines Kommunikationsraumes im Internet und das elektronische Zusammenspiel von Kommunikationssicherheit, Daten- und Verbraucherschutz aussehen sollen.
Im Mittelpunkt seines Vortrages standen die Spielarten der Kryptografie und Verschlüsselungen, der Signaturen und Authentisierungsmechanismen, der Zertifikate und Prüfinformationen. Ein Verbund aus privatwirtschaftlichen Unternehmen, darunter die Deutsche Telekom, T-Systems das Internetunternehmen 1&1 sowie Versicherungen und Banken, soll dafür Sorge tragen, dass im Rahmen von De-Mail Funktionalität und IT-Sicherheit gewährleistet sind.
Die Kommunikation zwischen den Akteuren wird auf gegenseitig authentisierten und verschlüsselten Kanälen stattfinden. Neben De-Mail wird es eine Art webbasierten Safe geben – „De-Safe“ –, der es dem User möglich macht, mit Benutzernahmen, Passwort und elektronischem Personalausweis immer und überall auf seine gesicherten Dokumente zuzugreifen. Thomas Biere schreibt dem technischen Rahmenwerk eine bemerkenswerte Innovationskraft zu. „Das Konzept ist international einmalig.”
Dass der neue De-Mail-Dienst, der 2010 an den Start gehen soll, die Menschen interessiert, beweist die Anzahl derer, die die Stuhlreihen im Haus der Wissenschaft füllten. Etwa 80 Besucher kamen auf Einladung der Braunschweiger Regionalgruppe der Gesellschaft für Informatik und des German Chapter of the ACM; darunter jede Menge Mitglieder von IT-Region 38, Partner der Veranstaltung.
Wie viele von ihnen De-Mail wohl nutzen werden? Dem ein oder anderen kritischen Einwand der Besucher zufolge wird man einige Überzeugungsarbeit leisten müssen, bis der Austausch rechtsgültiger elektronischer Dokumente über das Internet Akzeptanz und Vertrauen gefunden haben wird. Bis dahin wartet der Briefkasten um die Ecke.