Trafo2 programmiert 3D-Anwendung für Flickr-Fotos Options
von
tonja vom
11.08.2021 - 187 Hits -

Auf "schillr.com" - einem Projekt von Trafo2-Gesellschafter Michael Schiller - lassen sich 3D-Fotos unterschiedlicher Formate in das für den Betrachter optimale Format konvertieren. Das Projekt ist nach einer Betaphase von zehn Monaten nun auch offiziell freigegeben. Eine weltweit engagierte 3D-Community hatte Trafo2 in dieser Phase mit ergänzenden Ideen unterstützt.
Das technisch innovative 3D-Fotoportal liest über eine Schnittstelle sämtliche auf das Fotoportal flickr.com hochgeladene 3D-Fotos ein. Sie erkennt dabei automatisch das verwendete 3D-Format. Die so eingelesenen Fotos können dann vom Nutzer in beliebigen anderen 3D-Formaten angezeigt werden. Die Palette reicht von Anaglyph-Formaten für die bekannteste Art der Darstellung mit rot-cyan-Brillen, über Anaglyph für blau-orange-Brillen, Kreuzblick, Parallelblick, Wackelbild (Wiggle) sowie eine Monoversion, bei der nur eines der beiden Halbbilder angezeigt wird.
Internet 3D: Vom Proof of Concept zur Business-AnwendungMichael Schiller, Gesellschafter Trafo2 und Initiator des Projektes zum dreidimensionalen Web: "schillr.com hat sich schnell vom Proof of Concept zur ernsthaften Herausforderung entwickelt. Dabei ist es uns gelungen, mit modernen Web-Technologien Verfahren zu reproduzieren, die noch vor Kurzem ein Fotostudio erfordert hätten. So ist es auf schillr.com unter anderem möglich, Anaglyphen-Bilder so zu separieren, dass sie in die beiden ursprünglichen Einzelbilder zurückkonvertiert werden können."
Stolz sind die Essener Internet-Spezialisten von Trafo2 über ihren Technologievorsprung. Michael Schiller: "Seit wenigen Tagen experimentiert auch Youtube mit einer Funktion, die eine Ähnlichkeit mit den Features von schillr.com hat. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Projekt als kleines Unternehmen hier ganz offensichtlich Ideengeber für einen Weltmarktführer waren."
3D-Fotos - die Technik hinter den greifbaren Bildern3D-Fotos bestehen aus zwei Einzelaufnahmen, die aus unterschiedlichen Perspektiven erstellt werden. Diese werden dann so miteinander kombiniert, dass sie zusammen das 3D-Bild ergeben. Hierbei gibt es zahlreiche unterschiedliche Betrachtungsformate.
Die wohl bekannteste 3D-Aufnahmetechnik ist das sogenannte Anaglyph-Verfahren. Bei dem Verfahren, das bereits 1853 von Wilhelm Rollmann entwickelt wurde, werden zwei Bilder über die Mischung der Farbkanäle miteinander verwoben. Der Betrachter muss für den 3D-Effekt eine Rot-Cyan-Brille aufsetzen. Diese Brille separiert die Farben und ordnet die Einzelbilder dem jeweiligen Auge zu. Nachteil: die Farbseparation verfälscht den Farbeindruck des Originals.
Schielen für die DreidimensionalitätWeitere Betrachtungsmöglichkeiten sind der Kreuz- oder Parallelblick. Der Betrachter muss - ähnlich wie bei den in den Neunzigern populären Magic-Eye-Bildern - auf die beiden nebeneinander stehenden Einzelbilder schielen. Die beiden Bilder legen sich übereinander. Das 3D-Bild entsteht im Gehirn des Betrachters. Diese Technik muss geübt werden und erfordert etwas Augenakrobatik. Wer den freien Blick nicht beherrscht, kann einen Linsenbetrachter zu Hilfe nehmen - ein sogenanntes Stereoskop. Der entscheidende Vorteil bei dieser Betrachtungsweise ist, dass das 3D-Bild ohne Farbverfälschung angeschaut werden kann.
3D ohne Brille?Wer weder eine 3D-Brille zur Verfügung hat, noch ein Stereoskop und auch den freien 3D-Blick nicht beherrscht, kann auf schillr.com über die Wackelbild-Funktion (Wiggle) die 3D-Wirkung erahnen. Diese Funktion ersetzt nicht den echten räumlichen dreidimensionalen Eindruck. Wenn das Ursprungsbild aber gut geeignet ist, kann auch die Betrachtung dieses Formates spannend sein.
Weitere Infos unter:
http://www.schillr.com und
http://www.trafo2.de