TELE2 geht rechtlich gegen Kundenschreiben der Telekom vor Options
von
tonja vom
09.05.2021 - 248 Hits - 1 Antwort

Als "Panikmache" und "Irreführung" bezeichnet Oliver Rockstein, Geschäftsführer von TELE2 Deutschland, die jüngsten Kundenschreiben der Deutschen Telekom, die vermutlich Millionen von ISDN-Kunden in den letzten Tagen und Wochen erhalten haben dürften. Unter der Überschrift "Wichtige Vertragsinformation" drängte die Deutsche Telekom diese Kunden dazu, auf ein ganz anderes, viel teureres Laufzeitprodukt umzusteigen. Die Verängstigung und Verunsicherung der Kunden darüber, ihren Telefonanschluss zu verlieren, bekommt auch TELE2, Deutschlands größter Anbieter von Pre-Selection-Diensten, deutlich zu spüren. "Es ist einfach ungeheuerlich, was hier passiert", sagt Geschäftsführer Oliver Rockstein. "Die Telekom täuscht den Verbrauchern vor, dass sie sich unbedingt melden müssen, bevor ihre ISDN-Anschlüsse angeblich eingestellt werden. Ziel der Telekom ist es, den Kunden dann im gleichen Atemzug ein Bündelprodukt mit Mindestlaufzeit zu verkaufen. Das Schlimmste aber ist, dass die Deutsche Telekom Nutzer so indirekt zum Vertragsbruch mit anderen Anbietern verleitet, wenn sie parallel noch einen anderen Vertrag haben z. B. bei TELE2. Das können wir nicht zulassen, dagegen setzen wir uns gerichtlich zur Wehr!"
Seit die Schreiben der Deutschen Telekom die ISDN-Anschluss-Kunden erreicht haben, stehen auch die Telefone in der TELE2 Hotline nicht mehr still. Zahlreiche Kunden, die ihren ISDN-Anschluss bei der Deutschen Telekom haben, aber zum Beispiel bei TELE2 einen Pre-Selection-Tarif oder ein DSL-Produkt gewählt haben, sind verunsichert, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen und vor allem Angst haben, plötzlich ohne Telefonanschluss dazustehen. "Bewahren Sie einen kühlen Kopf und passen Sie auf, dass Sie keine übereilten Entscheidungen treffen, damit Sie keine bösen Überraschungen erleben", rät Oliver Rockstein von TELE2 allen Betroffenen. Denn wer seinen Anschluss bei der Telekom hat, aber z. B. bei TELE2 eine DSL- oder Telefon-Flatrate nutzt, zahlt bei einer vorschnellen Entscheidung u. U. doppelt.
Fest steht für TELE2: Das Schreiben der Deutschen Telekom hat rechtlich keinerlei Relevanz. Das bestätigt auch Ralf Thoenes, Rechtsanwalt aus Düsseldorf: "Die Deutsche Telekom fordert die angeschriebenen Kunden auf, sich bei der Telekom-Hotline oder in einem Telekom-Shop zur Umstellung des Anschlusses zu melden. Was sich anhört wie eine Verpflichtung, um seinen Telefonanschluss nicht zu verlieren, hat rechtlich keine Bedeutung, denn die Deutsche Telekom gibt in dem Schreiben weder ein genaues Datum an, wann der ISDN-Anschlussdienst eingestellt werden soll, noch spricht sie eine Kündigung aus." Im Klartext heißt das: Kein ISDN-Kunde muss sich bei der Telekom-Hotline oder im Telekom-Shop melden, niemand muss auf eines von der Telekom angebotenen Bündelprodukte zurückgreifen oder befürchten, seinen beauftragten ISDN-Anschluss nach diesem Schreiben der Deutschen Telekom zu verlieren. Denn sollte die Telekom den Anschluss oder Vertrag eines Kunden ändern oder kündigen wollen, bedürfte es einer eindeutigen Vertragskündigung oder -änderung, nicht nur einer allgemeinen und unverbindlichen Vertragsinformation.