Internet-Wurm Conficker - reiner Medienhype? Options
von
tonja vom
27.01.2021 - 309 Hits -

Seit Mitte Januar überschlagen sich die Meldungen über die Verbreitung des Internet-Wurms "Conficker" alias "Downadup" oder "Kido". Unzählige Medien berichteten über "Millionen befallener Computer". Nach Erkenntnissen von COMPUTERBILD sind die Verbreitungszahlen des Conficker-Wurms dagegen weitaus geringer und die akute Gefahr ist schon seit längerer Zeit gebannt. Fazit: Panikmache der Anti-Viren-Industrie.
Begonnen hatte der Medien-Hype am 7. Januar nach einer Pressemitteilung der Firma F-Secure, finnischer Hersteller von Anti-Viren-Software. Laut deren Hochrechnungen verbreitete sich der Schädling rasant. Dabei nutze er eine gefährliche Windows-Sicherheitslücke aus. Sollten anfangs etwa zwei Millionen Computer befallen sein, erhöhte F-Secure die Schätzung im Laufe einer Woche auf knapp neun Millionen betroffene PCs. Panda Security, spanischer Hersteller von Anti-Viren-Programmen, sprang auf den Zug auf und meldete vergangene Woche, es seien bereits 50 Millionen Rechner weltweit von Conficker betroffen. Grundlage der Zahlen: Hochrechnungen des Panda-Virenscanners, den die Firma gratis im Internet anbietet.
COMPUTERBILD konnte die Panikmache nicht nachvollziehen und beauftragte AV-Test mit der Analyse des Internet-Wurms. Das Unternehmen ist Europas größtes unabhängiges Viren-Testcenter und liefert regelmäßig die Daten für das Sicherheits-Center. Ergebnis der Messungen: Höchstens 500.000 Computer sind weltweit von Conficker befallen, die meisten davon stehen in Firmennetzwerken in den USA. Außerdem überprüften die Experten alle aktuellen Internet-Schutzprogramme auf die Erkennungsleistung von mehr als 2.000 Varianten des Wurms. Alle Programme machten die Würmer problemlos unschädlich. Fazit: Die von der Industrie gemeldeten Zahlen sind maßlos übertrieben, der Rummel um Conficker ein reiner Medienhype.
Zudem hat Microsoft die betroffene Windows-Sicherheitslücke bereits Ende Oktober letzten Jahres geschlossen. Von Conficker betroffen sind also ausschließlich ungeschützte Computer, die weder durch Windows-Programmaktualisierungen noch durch ein Internet-Sicherheitspaket ("Internet Security Suite") mit Firewall und aktuellem Viren-Scanner geschützt sind.