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Test: Mobile Breitbandversorgung auf dem Land über Rundfunkfrequenzen Options

von tonja vom 07.01.2021 - 317 Hits -

ericsson 80Die lückenlose Breitbandversorgung in Deutschland ist ein vieldiskutiertes Thema. Rund drei Millionen Haushalte insbesondere in ländlichen Gebieten haben nach Angaben des Deutschen Städte- und Gemeinde-Bundes derzeit keinen ausreichend schnellen Zugang zur Datenautobahn - weder über DSL noch über Mobilfunklösungen, deren Aufbau- und Betriebskosten in diesen Regionen aktuell erzielbare Erlöse übersteigen. Hinter dieser Zahl verbergen sich fünf Millionen Bundesbürger, 800 Städte bzw. 2.000 Ortschaften. Die E-Plus Gruppe geht diese Problematik im Schulterschluss mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der dortigen Landesrundfunkzentrale sowie dem Telekommunikationsausrüster und -dienstleister Ericsson an: Ende 2008 unterzeichneten die Partner eine Projektvereinbarung für einen Praxistest. Dieser Test am Sendestandort Grabowhöfe nordwestlich von Waren (Müritz / Mecklenburgische Seenplatte) soll ab Anfang 2009 aufzeigen, inwieweit die ländlichen Gebiete der Republik durch die Nutzung von Frequenzen aus der so genannten Digitalen Dividende vom Eintritt in die schnelle Datenwelt profitieren können.

Die Digitale Dividende bezeichnet die Frequenzen, die im Zuge der Digitalisierung des Rundfunks frei werden. Aus Wirtschaft und Politik auf Bundesebene und innerhalb der EU kommen Forderungen auf, Teile dieser frei gewordenen Frequenzen für den mobilen Internetzugang nutzen zu können. Die Telekommunikationsanbieter verfolgen damit das Ziel, in einem niedrigen Frequenzbereich ein leistungsstarkes, weitreichendes und gleichzeitig günstig zu betreibendes mobiles Breitbandnetz aufzubauen, das die "weißen Flecken" auf der multimedialen Landkarte auf absehbare Zeit verschwinden ließe. Gleichzeitig bekämen so Millionen Bundesbürger endlich Zugang zu schnellen digitalen Kommunikationswegen. Die zur Diskussion stehenden Frequenzen im niedrigen Frequenzspektrum zwischen 790 und 862 MHz bieten im Vergleich mit den heute für UMTS genutzten Frequenzen eine deutlich höhere Reichweite und könnten deshalb günstig und mit weniger Antennenstandorten auch ländliche Gebiete abdecken.

Haushalte und Betriebe testen mobiles Breitbandangebot


50 Haushalte und Betriebe, die Anfang 2009 von den Kommunen und Projektbeteiligten repräsentativ ausgewählt werden, können in einem Umkreis von rund 20 Kilometern zu der Sendestation in Grabowhöfe die mobile Breitbandtechnologie bis Ende 2009 testen.

Auf den zur Verfügung stehenden Frequenzen kommt die HSDPA-Mobilfunktechnologie mit einer Datenrate von bis zu 7,2 Megabyte pro Sekunde zum Einsatz. Damit sind erstmals hohe Datengeschwindigkeiten bei der Internetnutzung in ländliche Regionen möglich. Die Tester bekommen die Endgeräte und SIM-Karten kostenlos gestellt. Auch die Kosten der Datenübertragung im E-Plus-Netz werden in der Testphase von den Projektbeteiligten getragen.

Einsatz am Markt verfügbarer Endgeräte und Sendetechnik

Ericsson stellt die Netztechnik für die Sendestation. Die für den Test notwendigen Frequenzen wurden von der Bundesnetzagentur kürzlich freigegeben. "Die genutzte Technik hat sich bereits im Ausland bewährt - weltweit hat Ericsson 109 von 239 mobilen Breitbandnetzen mit aufgebaut", so Carsten Ahrens, Geschäftsführer von Ericsson in Deutschland: "Dieses Projekt ist also kein Labortest, sondern baut auf kommerziell verfügbarer Technik auf und könnte sofort in Deutschland in der Praxis zum Einsatz kommen, wenn die notwendigen Frequenzen hierzu für die Mobilfunknetzbetreiber verfügbar gemacht werden." Deshalb geht es bei dem gemeinsamen Projekt auch nicht um die technische Machbarkeit, sondern vielmehr darum, das Nutzerverhalten und die notwendige Dimensionierung eines mobilen Breitbandnetzes unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu analysieren.
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