Xamit veröffentlicht Internet Datenschutzbarometer Options
von
tonja vom
19.12.2020 - 2562 Hits -

Um den Schutz persönlicher Daten im Internet ist es hierzulande nach wie vor nicht gut bestellt. So lautet das zentrale Ergebnis des Internet Datenschutzbarometers 2008. Der in dieser Form erstmalig durchgeführten Überprüfung von insgesamt 26.209 deutschen Internetpräsenzen zufolge verstoßen 45 von 100 Webseiten gegen die gesetzlichen Bestimmungen oder weisen sonstige Indikatoren für ein mangelhaftes Schutzniveau auf. Zu den hierfür relevanten Kriterien zählen das heimliche Erstellen von Webstatistiken, der Einsatz von Kontaktformularen ohne Datenschutzerklärung, die Verwendung unsicherer Webshop-Software sowie die Einbindung von Werbung ohne Hinweis auf die hierdurch generierten Nutzerdaten. Im Rahmen des Datenschutzbarometers waren über 1,3 Mio. Webseiten von Unternehmen und Institutionen mittels Quellcodeanalyse untersucht worden.
In zwei Aspekten stellt das Internet Datenschutzbarometer die Neuauflage zurückliegender Xamit Studien dar: Im Februar dieses Jahres war die Verwendung von Kontaktformularen, im Dezember 2007 die Nutzung von Tracking-Services vor datenschutztechnischem Hintergrund untersucht worden. In beiden Bereichen weist die aktuell vorgestellte Studie geringe Abweichungen aus: Lediglich 17 Prozent (zuvor 15 Prozent) der Website-Anbieter mit Kontaktformular auf den eigenen Internetseiten informieren per Datenschutzerklärung über den Umgang mit den von ihnen erhobenen Daten. Und auch bei der Erstellung von Webstatistiken hat offensichtlich noch kein Umdenken stattgefunden: 95 Prozent der Webseiten-Betreiber, die Marktführer Google Analytics einsetzen, verheimlichen ihre Erhebungen und verschweigen, dass die gewonnenen Nutzerdaten an anderer Stelle zu personifizierten Bewegungsprofilen zusammengeführt werden können.
Neben den genannten Bereichen werden mit Webshops und Werbeeinbindungen zwei zusätzliche sicherheitsrelevante Bereiche von Internetseiten im Datenschutzbarometer untersucht. Auch hier stimmen die Ergebnisse bedenklich: Lediglich 19 Prozent der Webshops mit Standardwebshopsoftware auf PHP-Basis verwenden aktuelle Software- bzw. PHP-Versionen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass mehr als Vierfünftel der Webshops in besonders anfällig für Manipulationen bzw. den Diebstahl von Kundendaten sind. In puncto Werbeeinbindungen zeichnet sich ein ähnliches Bild: Knapp 80 Prozent derjenigen Unternehmen und Institutionen, die via "Google Adsens" Werbung Dritter auf ihren Internetseiten platzieren, verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen des Anbieters und verschweigen beispielsweise, dass im Rahmen des Google Dienstes Cookies gesetzt beziehungsweise IP-Nummern an Google übertragen werden.
Das Internet DatenschutzbarometerAuch wenn immer mehr Menschen bewusst wird, dass hierzulande in Sachen Datenschutz so einiges im Argen liegt, empirisch belegt wurden die weit verbreiteten Datenschutzmängel im Internet bislang nicht. Genau um diese Lücke zu schließen, hat Xamit das Internet Datenschutzbarometer initiiert. Im Rahmen dieser umfassenden Untersuchung werden verschiedene sicherheitsrelevante Bereiche anhand der gleichen Webseiten untersucht, wodurch die Befunde untereinander vergleichbar werden. Ähnlich einer Kriminalitätsstatistik zeigt das Datenschutzbarometer an, wie es um den Schutz persönlicher Daten im Internet bestellt ist.
Das vollständige Datenschutzbarometer steht ab sofort unter
http://www.xamit-leistungen.de/studienundtests/index.php zum kostenlosen Download bereit.