Surfgewohnheiten stehen in enger Verbindung zu Gewalt unter Jugendlichen Options
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norma1 vom
05.11.2020 - 254 Hits -
Eine neue Studie zum Thema Gewalt hat ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit bei Kindern und Jugendlichen, gewalttätig zu werden, umso höher ist, wenn sie gewaltverherrlichenden Medien ausgesetzt sind.
Diese Studie tritt damit einmal mehr den Beweis an, dass Gewalt in den Medien und Aggressivität unter Jugendlichen in enger Verbindung stehen, so berichteen Dr. Michele Ybarra und ihre Kollegen von „Internet Solutions for Kids“ in Kalifornien.
Die beste Prävention sei, Kinder und Jugendliche von Gewalt in Fernsehen und Internet fernzuhalten.
In ihrer Untersuchung betrachtete das Team den Zusammenhang zwischen Gewalt in den Medien und schwerwiegenden Straftaten wie sexuellen Übergriffen oder Bedrohung und Verletzung anderer durch Schusswaffen oder Messer unter Jugendlichen. Die Studie untersuchte dazu das Verhalten von 1588 jungen Leuten im Alter von 10 bis 15 Jahren. Das Durchschnittsalter betrug 13 Jahre. 48% der Befragten waren Mädchen.
5% der Jugendlichen gaben an, im vergangenen Jahr schon einmal an einer Straftat beteiligt gewesen zu sein, während 38% angaben, dass sie wenigstens eine Webseite besucht hätten, auf der reale Kämpfe, Schießereien oder Tötungen gezeigt wurden. Jede weitere besuchte Webseite, auf der es Gewalt zu sehen gab, steigerte die Chance, selber gewalttätig zu werden, um 50%. Dieselben Jugendlichen haben auch an, dass sie fünfmal mehr dazu bereit wären, Straftaten zu begehen.
Die Wahrscheinlichkeit, straffällig zu werden, stieg demnach auch mit der Art der gezeigten Gewalt. So animieren reale Gewaltdarstellungen im Internet die Jugendlichen eher zur Nachahmung als Gewaltszenen im Fernsehen, in Filmen, Musik, Spielen oder Cartoons.
Unbeantwortet bleibt allerdings die Frage, ob Gewalt in den Medien Jugendliche erst gewaltbereit macht oder ob die Wahrscheinlichkeit bei ohnehin gewaltbereiten Jugendlichen höher ist, dass sie gewaltverherrlichende Webseiten im Internet aufsuchen. Anzunehmen sei, dass beide Faktoren eine Rolle spielen, so das Ergebnis der Studie.