Frankfurter Buchmesse: e-Books sind Chance für den Buchmarkt Options
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norma1 vom
15.10.2020 - 327 Hits -
Wider Erwarten verkaufen sich Bücher, die ganz traditionell erworben werden nicht schlechter, selbst wenn es kostenlose digitale Versionen davon im Netz gibt- ganz im Gegenteil. Das jedenfalls stellte der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho am Dienstag auf der Frankfurter Buchmesse fest.
Der Autor von „Der Alchimist“ empfahl daher Verlegern, die Möglichkeiten des Internets für ihre Sache zu nutzen, anstatt das Netz als Bedrohung für den Buchverkauf zu sehen.
Der Onlineverkauf von Büchern ist für Verleger eine der bedeutendsten Entwicklungen in den letzten 60 Jahren. Das ergab eine Umfrage der Veranstalter der weltweit größten Buchmesse.
40% der 1000 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern, die an der Umfrage teilgenommen hatten, glauben, dass bis 2018 der traditionelle Buchverkauf vom Onlinehandel überholt wird; ein Drittel dagegen glaubt, dass das nie geschehen wird.
Coelho selber ist der Meinung, dass die digitalen Versionen seiner Bücher, die seit Jahren kostenlos im Internet erhältlich sind, zumindest in Russland seine Buchverkäufe positiv beeinflusst haben, weil viele Leute ein paar Seiten im Internet lesen und dann feststellen, dass es einfacher und bequemer ist, ein Buch zu kaufen, anstatt es auf einem Computerbildschirm zu lesen.
Seine Strategie, übers Internet so viele Leser wie möglich weltweit zu erreichen, sei jedoch aufgegangen.
E-Books werden einerseits als große Chance für den Buchmarkt gesehen, andererseits sollten prinzipielle Regelungen nicht außer Acht gelassen werden, um zu verhindern, dass die Besitzrechte an den Inhalten des online gestellten Materials missachtet werden und die Buchverleger dasselbe Schicksal wie die Musikindustrie ereilen könnte, die durch illegale Downloads hohe Verluste hinnehmen musste.
Das literarische Gegenstück zum iPod von Apple ist der sogenannte e-Reader, ein tragbares Lesegerät wie Amazon’s Kindle und Sony’s Reader, dessen Verkaufszahlen merklich gestiegen sind und der auf der Buchmesse ein besonders vieldiskutiertes Thema ist.