Recycling-Angebote kommen bei Handy-Kunden nicht an Options
von
tonja vom
15.09.2020 - 210 Hits -

Handy-Recycling ist alles andere als populär: Laut einer Nokia-Studie vom Juli 2008 ziehen nur drei Prozent aller Handybesitzer eine ökologisch einwandfreie Entsorgung ihrer Alt-Handys in Betracht. Die zahlreichen Angebote der Mobilfunkanbieter und Handyhersteller sind scheinbar nicht attraktiv genug.
120 Millionen Handys sind allein in Deutschland in Umlauf. Schätzungen zufolge soll die Hälfte dieser Geräte längst ausgedient haben und in Schubladen und Schränken lagern. Umweltverbände, Mobilfunkanbieter und Handyhersteller beklagen einen Rückgang recycelter Mobiltelefone und versuchen gemeinsam Anreize zur Trennung vom Altgerät zu geben.
So arbeitet beispielsweise T-Mobile mit der deutschen Umwelthilfe zusammen und bietet spezielle Versandtaschen an, die man ohne Porto, bestückt mit seinem ausgemusterten Handy, an die Telekom-Tochter schicken kann. Unterstützt werden solche Vorgehen durch Sammelaktionen an Schulen, wo sich eine der stärksten Konsumentengruppen befindet. Um diesen Schritt auch zu Ende zu gehen, spendet T-Mobile den Erlös aller weiterverwerteten Materialen an die Umwelthilfe.
Analog gehen auch andere Mobilfunkanbieter wie E-Plus, Vodafone oder O2 vor: Hier sind ebenfalls spezielle Versandtaschen im Programm und der Erlös geht ebenfalls an gemeinnützige Initiativen. O2 ist jedoch der einzige Anbieter, der auch Zahlen zum Recycling veröffentlicht: Konnte man 2006 noch 26.000 Altgeräte recyceln, waren es im vergangenen Jahr 27 Prozent weniger, also nur noch rund 19.000.
Ein bereits 2005 von der EU-Kommission erlassenes Gesetz zur Entsorgung von Elektrogeräten und das Vorgehen der Mobilfunkbetreiber und –hersteller hat scheinbar immer noch nicht zum gewollten Umdenken auf Konsumentenseite geführt. So versucht man nun verstärkt, Kunden mit Geld zu locken: Anbieter wie „Greener Solutions“ kaufen alte und zu entsorgende Geräte auf, um so den Anreiz zum Recyceln zu vergrößern. Einen weiten Weg haben jedoch alle Beteiligten noch vor sich, wenn sie die mageren Recyclingquoten verbessern wollen.