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China-Observer auch weiterhin für Chinesen und Journalisten im Medienzentrum in Peking gesperrt Options

von tonja vom 04.08.2020 - 310 Hits -

chinaobserver 200Nach dem Protest über die Zensur der chinesischen Behörden im olympischen Medienzentrum bleiben weiterhin angeblich nur "illegale" Webseiten gesperrt. Die Internetseite der Nachrichtenseite China-Observer bleibt weiterhin betroffen.

Die Definition wer oder was für China "gefährlich" ist oder gar als "illegal" einzustufen ist, ist vollkommen undurchsichtig und nicht nachvollziehbar.

Selbst den chinesischen Medien und der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua scheint nicht ganz klar zu sein, nach welchen Kriterien diese Sperrungen durchgeführt werden. Seit einigen Wochen ist die Nachrichtenseite http://www.china-observer.de in China nicht mehr aufrufbar, obwohl das Auslandsbüro der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua die Seite selbst, trotz einer kritischen Berichterstattung, nicht als "anti-chinesisch" einstuft*.

Im Zuge der aktuellen Diskussion um die Pressefreiheit der Journalisten, die derzeit in Peking mit ihrer Arbeit im Pressezentrum beginnen, gab es in den vergangenen Tagen ein ständiges "hin und her".

Nach internationaler Kritik hatten die chinesischen Behörden am Freitag die Sperre von einigen Internetseiten aufgehoben, die zuvor blockiert worden waren. Unter anderem waren die Websites der Menschenrechtsorganisation Amnesty International und der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen wieder zugänglich. Andere Seiten wie die chinesische Homepage der britischen Rundfunkgesellschaft BBC und Websites chinesischer Dissidenten blieben aber weiter gesperrt. Roseann Rife, stellvertretende Direktorin des Asien-Pazifik-Programms von Amnesty International, hat dies begrüßt. Doch sie fügte hinzu: "Willkürliches Blockieren und Entblockieren von bestimmten Seiten erfüllt noch nicht die Pflicht, sich an internationale Standards von Freiheit der Information und des Ausdrucks zu halten."

Die derzeitige Zensur hat die Redaktion von china-observer.de dazu veranlasst, durch eine international anerkannte Nachrichtenagentur einen Test durchzuführen, ob zumindest für die Journalisten im olympischen Medienzentrum ein Zugriff auf china-observer.de gegeben ist. Heute morgen, kurz nach 8:00 Uhr MEZ erhielt die Redaktion dann die Rückmeldung aus Peking - china-observer.de ist aus dem Medienzentrum nicht erreichbar.

Die chinesische Tageszeitung “Global Times” hatte in den vergangenen Tagen mit einer nachweislich beispiellos falschen Kampagne eine Welle von falschen Berichten über die Redaktion von china-observer los getreten. So berichtete die Autorin von “Global Times” über eine Protestaktion, die angeblich von chinesischen Studenten aus Stuttgart vor der Redaktion von china-observer.de statt gefunden hat. Ebenso schrieb die Autorin über eine Stellungnahme eines Mitarbeiters der deutschen Auswärtigen Amt, der sich angeblich "besorgt" ausgedrückt hätte. Eine Nachfrage bei der Pressestelle des Auswärtigen Amt ergab jedoch, dass die Autorin weder akkreditiert ist, noch dass das Auswärtige Amt zu irgendeiner Zeit sich hierzu geäußert hätte.** In China zeigte der Bericht jedoch Wirkung. Innerhalb von wenigen Stunden hatte nahezu alle wichtigen chinesischen Internetseiten den Bericht als aktuelle Meldung kopiert und verbreitet und damit ein weiteres mal dafür gesorgt, dass die "anti-westliche" Haltung gegenüber den Medien erneut bestärkt wurde.

* Email des Auslandsbüro der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua liegt vor
** Telefax des Auswärtigen Amt liegt vor
*** Siehe auch: "Chinas moderner Pinocchio - die Tageszeitung Global Times" (www.china-observer.de/...)
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