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Verleger Ippen mahnt zur "Demut" vor dem "gewaltigen Demokratisierungsprozess" im Internet Options

von tonja vom 10.07.2020 - 162 Hits -

Dirk Ippen, 67, fünftgrößter Regionalverleger in Deutschland (u.a. "Münchner Merkur", "HNA" Kassel, "Offenbach Post"), schwärmt für das junge Phänomen Web 2.0 und sieht neue Herausforderungen auf die Verleger zukommen: "Das Internet ist ein gewaltiger Demokratisierungsprozess - und ich sehe das positiv, weil nicht nur wenige Goliaths, sondern viele Davids jetzt plötzlich Wort und Stimme bekommen." Ippen fordert von Verlegern deshalb "Demut" und unternehmerisches Handeln: Wer als Verleger jetzt nicht hellwach sei, könne leicht "an den Bettelstab" geraten. "Reichwerden im Schlaf - das ist für Verleger ein für allemal vorbei." Dies sagte Ippen im Interview mit dem Branchenfernsehen turi2.tv am Rande einer Veranstaltung der dpa-Tochter news aktuell in München.

"Im Internet sind alle Schutzzäune eingerissen", analysiert Ippen. "Das ist für die etablierten Verleger natürlich unbequem. Aber der liebe Gott hat das Leben nicht so gemacht, dass es nicht unbequem sein darf. Im Sinne eines Demokratisierungsprozesses ist das eine gute Nachricht." Er selber finde es "beglückend, dass wir in unserer Branchen in einer unheimlich kreativen Phase sind". Gefragt sei aktives unternehmerisches Handeln: "Man muss vieles versuchen, und wenn von zehn Dingen zwei funktionieren, ist man sehr erfolgreich gewesen. Die Zeitung, wie wir sie heute haben, ist auch aus Versuch und Irrtum entstanden." Zwar findet es Ippen erschreckend, dass Google bereits "in England mehr Werbeumsatz im Netz macht als alle Tageszeitungen zusammen". Aber: "Auch für Google werden die Bäume nicht in den Himmel wachsen." Sein positives Fazit: "Am Ende wird der gewinnen, der die besseren Inhalte in der besseren Tiefe für das bessere Publikum hat. Und da sind die alten Medien gar nicht so schlecht aufgestellt."

Die Verlagsgruppe von Dirk Ippen gilt als fünftgrößte Zeitungsgruppe in der Bundesrepublik, dazu gehören Regionalzeitungen wie "Münchner Merkur", "tz", die "HNA" in Kassel, der "Westfälische Anzeiger" in Hamm und die "Offenbach Post". Ippen erbte von seinem Vater den "Westfälischen Anzeiger" in Hamm, und kaufte sich über Jahrzehnte ein kleines Imperium zusammen, indem er kleine bis mittlere Provinzzeitungen übernahm, die aus familiären Gründen zum Verkauf standen.

Quelle: turi2.tv - das Branchenfernsehen für Medienmacher.
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