Mobilfunk: Weltweite Zunahme von Schadmails befürchtet Options
von
tonja vom
12.02.2020 - 162 Hits -
Cloudmark hat eine Studie über Trends bei Schadmails in Mobilfunknetzen in Asien, Nordamerika und Europa vorgestellt, die auf eine starke Zunahme mobiler Spam-, Phishing- und Virusattacken im Jahr 2008 schließen lässt.
Während Komplexität und Übermittlungsprotokolle der mobilen Attacken regionale Unterschiede aufweisen, scheinen alle Anzeichen auf einen weltweiten Anstieg im Spam- und Malware-Aufkommen bei Mobilfunknetzen hinzudeuten. Die anhaltende Zunahme des mobilen Messaging, sinkende Preise für die Übermittlung von Nachrichten, inhärente Schwachpunkte der Netze sowie neue mobile Marketing-Initiativen – alle diese Faktoren bilden zusammengenommen die perfekte Voraussetzungen für einen wahren Ansturm mobiler Schadmails.
In Europa begrenzen Mobilfunknetzbetreiber durch sogenannte „Walled Garden“-Strategien den Umfang, in dem Third-Party-Content bei den Netzteilnehmer ankommt. Dieses geschlossene Netzkonzept führt in Verbindung mit den relativ hohen Kosten für den Versand von SMS-Nachrichten zu einer Reduzierung der Attacken, kann sie aber nicht völlig ausschließen. Europäischen Netzbetreiber berichten von der Zunahme folgender Attacken-Kategorien:
• Signalisierungsbetrug – von außerhalb des Netzes kommender Signalisierungsbetrug aus asiatischen oder osteuropäischen Netzen unter Verwendung von Fälschungs- und Manipulations („Spoofing“)-Techniken.
• SMS-Überflutung – Denial of Service (DDos)-Attacken, bei denen große Mengen von SMS-Spams in kurzen Abständen versandt werden.
• Gezielte Attacken – überwiegend Attacken in geringem Umfang und mit hohem Schaden, einschließlich Phishing und Telefonnummern mit hohen Gebühren.
Zukünftig müssen sich europäische Netzbetreiber aber voraussichtlich mit folgenden Angriffsarten auseinandersetzen:
• WAP-Push-Attacken – hier verbergen Phishing-Erzeuger die Phishing-URLs vor den Teilnehmern und veranlassen das direkte Anklicken einer Phishing-Website.
• „Vishing“ – diese Kombination von Sprache (Voice) mit Phishing-Taktiken ist auf dem Vormarsch. Betrüger versuchen hierbei, finanzielle Informationen direkt am Telefon abzufragen.
• Mobile Botnets – Attacken im gleichen Netz, die von mobilen Botnets ausgehen.
Mittlerweile haben viele europäische Netzbetreiber sogennante Anti-Faking- und Anti-Spoofing-Lösungen implementiert, die aus fremden Netzen kommende Attacken erkennen. Trotzdem haben diese Maßnahmen den Zugang für Spammer nicht vollständig versperrt. Die offene Struktur der GSM-Netze würde es erfordern, dass alle Partnernetze ähnliche Maßnahmen ergreifen, um wirklich wirksam zu sein. Darüber hinaus sind gerade fortschrittliche Techniken wie Botnets und Attacken aus dem gleichen Netz, die mit sinkenden Übermittlungskosten unweigerlich zunehmen werden, immun gegen solche Lösungen.