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Hohe Wettbewerbsdynamik im Telekommunikationsmarkt Options

von tonja vom 18.12.2019 - 138 Hits -

Die Bundesnetzagentur hat heute ihren Tätigkeitsbericht 2006/2007 für die Telekommunikations- und Postmärkte der Öffentlichkeit vorgestellt. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, zog dabei eine positive Bilanz: "Mit Blick auf die Zielsetzung, die Verbraucherinteressen zu wahren, chancengleichen und nachhaltigen Wettbewerb sowie effiziente Infrastrukturinvestitionen zu fördern, konnten in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Erfolge erzielt werden."

So haben die Wettbewerber der Deutschen Telekom AG (DT AG) ihren Anteil bei den Inlandsverbindungen kontinuierlich auf etwa 45 Prozent im laufenden Jahr steigern können. Dabei konnten insbesondere die alternativen Teilnehmernetzbetreiber vom anhaltenden Trend zu Bündelangeboten bzw. Komplettangeboten "aus einer Hand" profitieren. Ihr Anteil an den inländischen Gesprächsminuten hat sich im Berichtszeitraum mehr als verdoppelt und liegt nun bei etwa 25 Prozent. "Die damit einhergehende Wettbewerbsintensivierung hat dazu geführt, dass zwischenzeitlich auf eine strikte Ex-ante-Kontrolle der Endkundenangebote verzichtet werden konnte. Gleichwohl ist es zur Absicherung des Wettbewerbs in diesem Bereich nach wie vor erforderlich, etwaigen wettbewerbsbehindernden Preissetzungsstrategien des marktbeherrschenden Unternehmens zumindest mit Blick auf Produktbündel effektiv begegnen zu können", erklärte Kurth.

"Demgegenüber haben wir die Deutsche Telekom AG bei den Auslandsverbindungen bereits Anfang 2006 aufgrund wirksamen Wettbewerbs aus der Regulierung entlassen können. Dass die Wettbewerbsentwicklung dadurch nicht beeinträchtigt wurde, lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass der Marktanteil der Wettbewerber auch in der Folgezeit weiter angestiegen ist und inzwischen bei etwa 75 Prozent liegt", begründete der Präsident den partiellen Ausstieg aus der Regulierung.

Im Bereich der Telefonanschlüsse konnte sich der Wettbewerb in den ersten Jahren der Liberalisierung zunächst nur zögerlich entwickeln, weil es zum einen hoher Investitionen der neuen Anbieter in eigene Infrastrukturen bedurfte, sich zum anderen aber auch die Wechselbereitschaft der Kunden erst im Zuge der Entwicklung hin zu Bündeln aus Schmalband- und Breitbandanschlüssen entsprechend erhöhte. Dies hat dazu geführt, dass die Wettbewerber in den ersten fünf Jahren nach der Marktöffnung weniger als eine Mio. Anschlusskunden verbuchen konnten, während in den zweiten fünf Jahren über sechs Mio. Kunden vollständig zu einem der neuen Anbieter gewechselt sind. Dementsprechend haben die alternativen Teilnehmernetzbetreiber nunmehr einen Anteil von über 18 Prozent an den Telefonanschlüssen erreicht.

"Diese Entwicklung ist eng korreliert mit der Entwicklung auf dem Breitbandanschlussmarkt. Dort bieten die Wettbewerber derzeit etwa sechs Mio. DSL-Anschlüsse auf Basis eigener Infrastruktur bzw. der entbündelten Teilnehmeranschlussleitung an. Dies entspricht einem Anteil von fast einem Drittel. Darüber hinaus realisieren die Konkurrenten der Deutschen Telekom AG weitere 20 Prozent der insgesamt fast 19 Mio. bestehenden DSL Anschlüsse auf Resale-Basis", hob Kurth hervor.

Dabei zeigt sich, dass in den vergangenen beiden Jahren sowohl die Breitbandanschlussmärkte als auch zahlreiche Dienstemärkte wie z. B. Internetzugangsmärkte oder breitbandige Sprachdienstmärkte (Voice over IP) von einer erheblicher Marktdynamik geprägt waren. "So hat sich die Zahl der vermarkteten Breitbandanschlüsse im Berichtszeitraum nahezu verdoppelt. Damit hat Deutschland im europäischen Vergleich seine Position bei der Breitbandpenetration überdurchschnittlich verbessert. Im zweiten Quartal 2007 wies Deutschland eine Breitbandpenetration bezogen auf die Zahl der Bevölkerung von etwa 21 Prozent (entspricht ca. 44 Prozent der Haushalte) auf und lag damit deutlich über dem Durchschnitt der europäischen Länder (ca. 18 Prozent). Im dritten Quartal 2007 erhöhte sich die Breitbandpenetration der Haushalte weiter auf über 47 Prozent. Deutschland gehört damit hinsichtlich der Breitbandversorgung zu den führenden Flächenländern", stellte Kurth fest.

Die jüngsten erheblichen Wachstumsraten bei den Breitbandanschlüssen haben allerdings auch Probleme hervorgerufen. "Es gibt einen großen Auftragsstau bei der Bestellung der Teilnehmeranschlussleitung. Unabhängig von der Frage, ob hier eine Diskriminierung der Wettbewerber vorliegt, was wir zurzeit prüfen, appelliere ich an die Deutsche Telekom, den Auftragsstau so schnell wie möglich abzuarbeiten. Wechselbereite Kunden dürfen nicht dadurch abgeschreckt werden, dass die Vorprodukte nicht rechtzeitig geliefert werden können. Der Markt und die Kunden können erwarten, dass die Deutsche Telekom die gleichen Anstrengungen bei der Betreuung ihrer Carrierkunden unternimmt, wie im Bereich ihrer Endkundenleistungen", sagte Kurth.

"Abschließend lässt sich festhalten, dass die beachtlichen Wettbewerbsentwicklungen seit der Marktöffnung vor fast zehn Jahren sowie die daraus resultierenden Preissenkungen und Wahlmöglichkeiten zum Nutzen von Wirtschaft und Verbrauchern nicht zuletzt auch auf die bisherige Regulierungspraxis zurückzuführen sind. Dabei sind die von uns getroffenen Festlegungen offenbar gut geeignet, Rahmenbedingungen in einer Weise zu setzen, dass sowohl Anbieter, die auf den Ausbau eigener Infrastruktur setzen, als auch solche, die überwiegend auf Vorleistungen Dritter angewiesen sind, im Markt bestehen können", bewertete Präsident Kurth die Arbeit der Bundesnetzagentur.

"Um dies sicherzustellen, bedarf es detaillierter Kenntnisse der jeweiligen Marktgegebenheiten, die so am ehesten bei den nationalen Regulierungsbehörden vorliegen. Insoweit zeigen die skizzierten Wettbewerbsentwicklungen, dass sich das Modell der "dezentralen Implementierung" von Regulierungsmaßnahmen, wie es der gegenwärtige Regulierungsrahmen vorsieht, bewährt hat und kein Erfordernis für die Schaffung eines "Euroregulierers" besteht. Vielmehr ist die Realisierung der Regulierungsziele am ehesten durch eine möglichst genaue Abstimmung der Maßnahmen und Instrumente auf die jeweilige nationale Marktsituation durch unabhängige nationale Behörden zu gewährleisten", sagte Kurth im Hinblick auf die Pläne der EU-Kommission.

Quelle: Bundesnetzagentur
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