57 Prozent aller deutschen PCs mit Web Threats infiziert Options
von
tonja vom
19.10.2019 - 182 Hits -
Auf mehr als der Hälfte aller deutschen Systeme, die mit Trend Micro HouseCall gescannt wurden, finden sich Web Threats. Dazu gehören neben Viren und Würmern insbesondere Malware in Form von aggressivem Internet Marketing (Grayware) sowie Crimeware, deren Verbreitung eindeutig finanziell motiviert ist.
Aus dem Scanning von rund 95.000 Systemen aus Deutschland im ersten Halbjahr 2007 ergibt sich folgendes Bild: Bei rund 41 Prozent aller PCs wurde Grayware gefunden, darunter insbesondere Adware (24,6 Prozent) aber auch Trackware, Browser Helper und -Hijacker. Bei Trackware handelt es sich um ausführbare Programme, die das Verhalten von Anwendern verfolgen und ausspionieren, um gezielte Werbe- und Promotion-Inhalte an den User zu richten. Browser Helper sind Softwarekomponenten, die mit dem Webbrowser interagieren und dort Funktionen wie etwa Plug-ins einfügen, die ursprünglich nicht im Browser enthalten sind. Eine Änderung der Browser-Einstellungen sowie die Umleitung einer Anfrage auf unerwünschte Websites wird durch so genannte Browser Hijacker hervorgerufen. Weitere 27,5 Prozent wiesen sogar eine Infektion mit Crimeware auf. Mit 17,2 Prozent dominierten hier vor allem Hacker-Werkzeuge, gefolgt von Freeloadern, Dialern und Keyloggern. Freeloader befinden sich in so genannten Software-Bündeln und werden oft unbemerkt zusammen mit erwünschter Software aus dem Internet installiert. Dialer greifen auf das Computermodem zu, um unerwünschte Fremdverbindungen herzustellen, während Keylogger die Aktivitäten auf der Computer-Tastatur verfolgen um beispielsweise Passwörter auszuspionieren.
Auf klassische Malware wie Trojaner und Exploits entfielen hingegen 23,4 Prozent, auf Viren und Würmer 5,4 Prozent.
Web Threats lukrativer als herkömmliche MalwareDie Dominanz von Web Threats wie Grayware und Crimeware verdeutlicht die drastisch gestiegene Professionalisierung der Malware-Szene. Anders als herkömmliche Malware kombinieren Web Threats das Internet und E-Mail zu mehrstufigen Infektionswegen und ermöglichen die Modifikation bzw. den Austausch der beteiligten Malware. Das jeweilige Web Threat "Geschäftsmodell" kann dadurch länger lukrativ eingesetzt werden, während sich nur die eingesetzten Komponenten ändern. Eine ganze Reihe von Akteuren bedient sich bereits dieses effektiven Modells, die Einsatzbereiche reichen von über-agressivem Internet-Marketing bis zur Verbreitung von Crimeware.
Deutschland liegt bei Crimeware vor den USATrotz des insgesamt sehr hohen Niveaus der Infektionsraten liegt Deutschland nach Erkenntnissen von Trend Micro noch unter dem internationalen Ergebnis: In Deutschland waren im ersten Halbjahr 2007 rund 57 Prozent aller von HouseCall getesteten Systeme mit Web Threats infiziert, in den USA hingegen 69 Prozent und weltweit 61 Prozent. Bei Crimeware liegt Deutschland mit 27,5 Prozent zwar unter dem internationalen Ergebnis (29 Prozent), aber noch vor den USA (26 Prozent).Grayware dominierte in allen Regionen, wobei Deutschland mit 24,6 Prozent vor allem bei Adware im Vergleich mit den USA (46 Prozent) und international (37 Prozent) zurückblieb.
Variable Infektionswege, das aggressive Verfolgen von Profitinteressen und immer geschickteres Social Engineering machen Web Threats zu einer immensen Bedrohung. Aufgrund des Erfolges der Web-Threat-Geschäftsmodelle ist dabei abzusehen, dass sich die Bedrohungslage in Deutschland noch verschärfen wird.