Kartenlesegeräte für sicheres Online-Banking Options
von
tonja vom
12.10.2019 - 153 Hits -
Kartenlesegeräte für sicheres Online-Banking stoßen bei Bankkunden auf großes Interesse. 67 Prozent der deutschen Internet-Bevölkerung möchten die Technik einsetzen. Trotz dieses großen Potenzials haben die Kartenleser den Marktdurchbruch bisher nicht geschafft. Nur jeder dreizehnte Kunde nutzt solche Geräte. Der Grund: Die Kunden wollen die Anschaffungskosten nicht tragen. Sie sehen dies als Aufgabe der Bank. Mehr als drei Viertel der Bevölkerung lehnt es ab, für die erhöhte Sicherheit selbst zu zahlen. Dies ergab die Trendstudie Bankpräferenzen des Beratungs- und Softwarehauses PPI AG in Kooperation mit handelsblatt.com, wiwo.de und dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung.
Der Schaden durch Betrug beim Online-Banking ist enorm: 13 Millionen Euro wurden 2006 mit gestohlene Zugangsdaten entwendet. Dies errechnete der Verband der deutschen Internetwirtschaft BITKOM. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl der Betrugsfälle um 23 Prozent. Für das laufende Jahr droht eine ähnlich hohe Steigerungsrate. Besonders häufig sind Kunden betroffen, die noch das veraltete PIN/TAN-Verfahren zur Identifikation verwenden. Nutzer, die sich noch auf diese Weise bei ihrer Bank anmelden, sollten dringend auf iTANs, mTANs oder Kartenleser umsteigen. Überraschend: Die Akzeptanz der Lesegeräte ist insbesondere bei Akademikern und in Haushalten mit hohem Einkommen gering. Stattdessen würden insbesondere Geringverdiener und Bankkunden mit mittleren Bildungsabschlüssen diese Sicherheitsmaßnahme nutzen, wenn ihnen dadurch keine Kosten entstehen.
Wenn die Geräte nicht subventioniert werden, ist allerdings nur ein kleiner Teil der Bankkunden bereit, selbst in die Sicherheit ihrer privaten Bankgeschäfte zu investieren. Nur jeder fünfte Befragte würde ein Kartenlesegerät selbst kaufen. Drei Viertel davon sind wiederum nicht bereit, mehr als zehn Euro zu investieren. Ohne Subvention sind die Kartenleser allerdings deutlich teurer.
Bei geschäftlichen Transaktionen besteht hingegen eine größere Bereitschaft, mit eigenem Geld die Sicherheit zu erhöhen. Hier würden zwei von fünf Kunden Geld für Kartenleser ausgeben, mit denen sich der Kontoinhaber eindeutig authentisieren kann. Dafür würden sie auch tiefer in die Tasche greifen als Privatkunden: Jeder zehnte Befragte würde mehr als 40 Euro investieren, ein weiteres Zehntel immerhin mehr als 30 Euro.