Gerichtsurteil: Adware bleibt ausgesperrt Options
von
tonja vom
11.09.2019 - 313 Hits -
Darf eine Sicherheitssoftware die Installation einer Adware-Anwendung verhindern? Über diese Fragen hatte das Washingtoner Bundesbezirksgericht in Seattle aufgrund einer Klage des Adware-Anbieters Zango zu entscheiden. Der fühlte sich durch die Blockade der Installation seiner Software in seinem Geschäftsmodell gestört und beantragte die Einstufung seiner Software in der Kategorie „ungefährlich“. Sicherheitssoftware-Anbieter Kaspersky setzte sich vor Gericht durch und darf die Adware damit weiterhin blockieren.
Der Richter entschied zu Gunsten des Sicherheitsanbieters, der gemäß dem Communications Decency Act nicht zur Verantwortung gezogen werden könne. Dieser besagt, dass man als Anbieter interaktiver Computerservices den Zugriff auf Materialien beschränken kann, welche der Anbieter oder Nutzer für unanständig, anstößig, lasterhaft, Gewalt verherrlichend, belästigend oder aus anderen Gründen für unerwünscht hält. Eugene Kaspersky, CEO von Kaspersky Lab, zeigte sich glücklich über den Ausgang dieses Präzedenzfalls.
Gerade unerfahrene Anwender verlassen sich in vielen Fällen auf die Standardeinstellung ihrer Sicherheitssoftware und verfügen weder über die Zeit noch über das Wissen, um die initiale Einstellung der Blockadefunktion selbst vorzunehmen. Zudem gestehen viele Sicherheitsprodukte - so auch die von Kaspersky - fortgeschrittenen Anwendern die Entscheidung zu, was blockiert werden soll und was nicht. Das Urteil des vorsitzenden Richters John Coughenour schützt den Anwender also nicht nur vor Adware, sondern auch vor der eigenen Unerfahrenheit.