FRK: Kein neues Netzmonopol, wie vom Deutschen Kabelverband gefordert Options
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tonja vom
18.04.2019 - 195 Hits -
"Das ist ein neues Dokument der eigenen Unfähigkeit, marktgerechte Angebote zu entwickeln und der fast schon skurrilen Absicht, erneut ein Monopol im bundesdeutschen Kabelmarkt herzustellen," kommentiert Heinz-Peter Labonte, Vorstandssprecher des FRK - Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen, die jüngste Auftragsstudie des Deutschen Kabelverbandes "Kabelinternet in Deutschland". Die Verbandsmitglieder Kabel Deutschland, Kabel Baden Württemberg und Unity Media wollten die überholte frühere Marktstruktur zu Zeiten der Deutschen Telekom wiederbeleben, um in Zukunft nur noch mit den DSL-Anbietern konkurrieren zu müssen. Das Ziel sei offensichtlich: Es solle ein Angebotsduopol von Kabel TV- und DSL-Netzen, allen voran die Deutsche Telekom, aufgebaut werden, um den Wettbewerb von Internetdienstleistern auszuschalten. "Damit wollen die Mitglieder des Deutschen Kabelverbandes die eigene TriplePlay-Situation schön reden und lediglich davon ablenken, dass ihre Investitionen in der gegenwärtigen Marktstruktur wegen der höheren Markteffizienz ihrer unabhängigen Konkurrenz ohne Schaffung eines neuen Kabelmonopols in den Sand gesetzt wurden", erklärte Labonte.
Die gerade veröffentlichte Studie des Kabelverbandes belege, wie erfolgreich die unabhängigen mittelständischen Kabelnetzbetreiber neben TV und Radio die neuen Dienste Telefon und Internet anbieten, unterstreicht Labonte und betont: "Wer den Wettbewerb ausschalten will, zeigt, dass sein eigenes Angebot nicht wettbewerbsfähig ist." Die unabhängigen mittelständischen Netzbetreiber übernehmen von den bedrängten Telekom-Nachfolgern zusehends erfolgreich Aufgaben der bisherigen Netzebene 3.
Die vom Deutschen Kabelverband beklagte zu geringe Internetpenetration sei ein Zeugnis der eigenen Unfähigkeit, marktgerechte Produkte anzubieten, so Labonte. Unabhängige Netzbetreiber wie Primacom und die vielen kleinen und mittleren unabhängigen mittelständischen Kabelnetzbetreiber mit ihren rund 16 Millionen Kunden betreuten fast dreiviertel aller Kabelhaushalte und damit zusammengerechnet weit mehr Kabelhaushalte als die Kabelverband-Mitglieder KDG, KDB und Unity Media. Diese unabhängigen Netzbetreiber böten vielfältige Telefonie- und Internetdienste an. Wohnungswirtschaft, Städte und Gemeinden setzten auch bei Telefonie und Internet auf die Partnerschaft mit diesen Netzbetreibern. Labonte weiter: "Es geht also sehr erfolgreich auch anders herum. Lokale und regionale multimediale Netzbetreiber übernehmen Aufgaben der Telcos und der NE-3 Betreiber wie Kabel Deutschland oder Unity Media. Wir brauchen die Telekom-Nachfolger im Kabelfernsehen nicht, um erfolgreich Internet und Telefoniedienste anzubieten."
Für den FRK-Sprecher verweise die Kabelverband Studie noch auf ein weiteres Ziel. Die drei großen Netzbetreiber würden mit den gleichen Argumenten auch Programmplattformen wie KabelKiosk oder Premiere aus dem Netz drängen. Die Programmvielfalt sowie die günstigen Preisangebote für Telefonie und Internet würden eingeschränkt, wenn nur noch Kabel Deutschland mit Kabel Digital Home sowie Unity Media mit dem Bundesliga-Paket Arena und dem Tividi Programmpaket ihre eigene Programmpakete anböten. Das könne weder den öffentlich-rechtlichen noch privaten Programmanbietern als auch kleinen unabhängigen Sendern nicht egal sein. Labonte: "Also Absicht der Studie erkannt: Die großen Drei wollen ein wettbewerbsschädliches Netz- und Programmangebotsoligopol mit dem führenden DSL-Anbieter Deutsche Telekom schaffen."
Quelle: FRK Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen