Tipps gegen teure SPAM per WAP-Push Options
von
tonja vom
15.02.2019 - 418 Hits -
Bisher waren vor allem Handy-Nutzer im Ausland betroffen. Nun erreicht unerwünschte Werbung (SPAM) per WAP-Push auch deutsche Mobilfunk-Nutzer. SPAM per WAP-Push funktioniert über das Wireless Application Protocol (WAP), das eine Verbindung ins Internet über GPRS herstellt. Das Handy empfängt dafür Kurznachrichten (SMS), die wiederum einen Link ins WAP enthalten. Klickt man diese Link an, werden über das speziell für Mobilfunk entwickelte Format Wireless Markup Language (WML) die entsprechenden Internetinhalte auf dem Handy dargestellt. Mittels WAP-Push können diese Dienstmitteilungen jedoch auch ohne Aufforderung verschickt werden. Für den Handynutzer erscheinen diese Nachrichten als gewöhnliche SMS oder MMS.
Seit November 2006 nutzen diese Methode verstärkt SPAM-Versender und verschicken Werbe-SMS an deutsche Handy-Nummern. Verschickt werden z.B. Angebote für angeblich kostenlose Klingeltöne oder gratis Handy-Spiele. Je nach Konfiguration des Handys wird bereits beim öffnen der Nachricht eine kostenpflichtige Verbindung über GPRS zur WAP-Seite des Anbieters hergestellt. Die Kurzmitteilungen der Versender täuschen Seriosität vor indem sie einen Link zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) enthalten. Nach Informationen des Berliner Telekommunikationsdienstleisters Servicenummer4you.de enthalten die AGB’s aller bisher gemeldeter Fälle eine Kunden-Hotline, die eine Verbindung zu einer teuren Servicenummer oder eine kostenpflichtige Premium-SMS-Nummer bedeutet. Das Angebot kann ausschließlich über diese Servicerufnummer (SRN) oder Premium-SMS abgelehnt bzw. gekündigt werden. Zum Abschluss des Vertrages reicht dagegen bereits das Akzeptieren der AGB’s. Darüber hinaus fallen neben den Kosten für das Abonnement je nach Mobilfunkanbieter ebenfalls Kosten für die GPRS-Verbindung an.
Es empfiehlt sich daher den Empfang von WAP-Diensten in den Einstellungen des Handys zu deaktivieren. Die meisten Mobilfunk-Handys haben alternativ die Einstellmöglichkeit automatische GPRS-Verbindungen ins Internet durch Öffnen der Nachricht zu unterbinden. Geschädigte Verbraucher sollten sich mit der jeweiligen Verbraucherzentrale in Verbindung setzen. Die Kontaktdaten zu den einzelnen Verbraucherzentralen sind unter
www.verbraucherzentrale.info zu erfragen.
Quelle: Servicenummer4you.de